ℹ️ Andere Sprachen und Downloads: www.kla.tv/41346
Klaus Scheidsteger zeigt sehr ernüchternd auf, dass es bei der Mobilfunkforschung vonseiten der Industrie gar nicht um die Veröffentlichung von realen Forschungsergebnissen geht. Welcher Forscher auch immer sich mobilfunkkritisch äußert, gegen den wird ein Ansehen und Existenz vernichtender medialer Krieg losgetreten.
Mehr zu Klaus Scheidsteger unter:
www.das-digitale-dilemma.de
[Teaser]
[Dr. George Carlo:] „Es gibt Studien, die Probleme oder potenzielle Probleme aufzeigen; und es gibt Studien, die ergebnislos sind. Aber die Industrie benutzt diese Studien als Beweis dafür, dass Handys sicher sind. Das ist wissenschaftlicher Betrug!“ (…)
Der Verband der gesammelten Mobilfunkindustrie – hat eine Pressekonferenz einberufen und hat gesagt: Macht euch keine Sorgen, wir haben Tausende von Studien, die zeigen, dass es kein Problem gibt.
Und einer der Journalisten war so mutig und hat gesagt, können wir die mal sehen? Und dann hatte er da nichts zu bieten. (…)
„Ich weiß auch von Forschern, die wirklich da auch dran waren, die gesagt haben: Ich möchte nie wieder irgendwas mit Handystrahlung forschen, denn wenn ich da draufkomme, dass das gesundheitsschädlich ist, dann zerstört mich die Lobby.
[Ronny Weikl] Klaus Scheidsteger, der Autor und Filmemacher, ist auch investigativer Journalist. Er gehörte zum ersten Jahrgang des Studiengangs Journalistik an der Universität Dortmund. Nach dem integrierten Volontariat beim Westdeutschen Rundfunk Köln ging er für vier Jahre als freier Autor nach Frankreich und produzierte 1982 seinen ersten Dokumentarfilm – ein Porträt des englischen Schriftstellers Anthony Burgess, der „Uhrwerk Orange“ geschrieben hat.
Bereits Mitte der 80er gründete er in seiner Heimatstadt Essen eine TV-Agentur und produzierte dann mit eigener Kamera an Studientechnik News, Reportagen, Dokumentationen für die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten der ARD und ebenso des ZDF, sowie von RTL und Sat.1. Und später kommt der deutsch-französische Kultursender ARTE hinzu, dem er sowohl direkt über ARTE Straßburg als auch in Koproduktion mit ARTE-Anstalten wie NDR, BR und MDR sowie ZDF im Schwerpunkt Porträts sendefertig liefert.
Und 2006 erscheint seine erste ausführliche Reportage zum Thema Mobilfunk als Auftragsproduktion des französischen Staatssenders FR2 „Portables au Accusation“. Ich würde es übersetzen wie Handys auf der Anklagebank, kann man das so sagen? Der deutsche Koproduktionspartner MDR für die ARD hat dann daraufhin seinen Beitrag ohne Absprache einfach gekürzt. Wir sehen ja schon, wie sehr beliebt es in den Öffentlich-Rechtlichen ist und unter dem Titel Der Handykrieg, ohne Programmankündigung im Vormittagsprogramm, mal schnell gesendet. Der 50-minütige Film würde aber einen wirklich tiefen Einblick in die juristische Auseinandersetzung von Gehirntumor-Patienten gegen die gesamte Mobilfunkindustrie in den USA bieten.
Zehn Jahre später erscheint dann der erste Kinodokumentarfilm unter dem Titel Thank you for calling, sowie 2018 das gleichnamige Buch zu diesem Thema. Und mit Das digitale Dilemma hat er im Mai 2024 einen weiteren Film veröffentlicht. Bei der Vorpremiere im EU-Parlament in Brüssel sorgte dieser Film für großes Aufsehen und ist dann jetzt mittlerweile in vier Sprachen online und in ausgesuchten Kinos zu sehen.
Klaus Scheidsteger ist der Mitinitiator der Mobilfunkstudie ATHEM-3, die als Grundlage diverser internationaler Klageverfahren in internationalen Wissenschaftskreisen für Furore gesorgt hat. Und ihr könnt mehr über ihn erfahren unter www.das-digitale-dilemma.de
Und ich bin als stellvertretender Vorsitzender der MWGFD mehr als dankbar, dass wir dich, lieber Klaus, für die MWGFD gewinnen konnten und freue mich jetzt auf deinen Vortrag mit dem Titel Zwischen Verharmlosung, Ignoranz und bewusster Falschinterpretation – Mobilfunkthemen in den Medien. Du hast das Wort.
[Klaus Scheidsteger] Vielen Dank. Ja, für mich ist es umgekehrt auch so eine ganz große Ehre, bei euch sein zu dürfen. Also ich finde eure Arbeit so fantastisch und ich denke, man darf auch nicht nur in einem Themenbereich verhaftet bleiben. Ich habe mich da zwar jetzt seit über 20 Jahren eingearbeitet und habe so tolle Menschen kennengelernt, die hier auch sitzen. Und das ist eigentlich so etwas, was mich antreibt und was auch ein Grund dafür ist, dass ich immer noch am Ball bleibe. In diesem Sinne darf ich vielleicht als erstes sagen, dass ich einige kleine Videoelemente auch habe. Dazu bräuchte ich so eine Fernbedienung, die hat der Klaus noch. Dankeschön.
Und er hatte zuletzt von einer gewissen Frustration gesprochen. Die kam bei mir zwischendurch auch mal auf. Aber wenn wir uns zusammentun, wenn wir einfach auch merken, dass da so viel schiefläuft und so viel falsch läuft, haben wir vielleicht auch wieder eine Chance. Aber mit den sogenannten Mainstream-Medien können wir momentan immer noch nicht richtig rechnen. Aber ich habe mir erlaubt, einmal aus meiner eigenen Erfahrung heraus ein wenig zu berichten, damit Sie diese Zusammenhänge besser einordnen können.
Also, mein allererster Ausflug geht nach Amerika. Die Larry King Show können vielleicht noch die Älteren erinnern. Das war wirklich eine Talkshow, die ging um die Welt, also der hatte über 100 Länder, wo er ausgestrahlt wurde. Und heute, in der Geschichte des Mobilfunks kam schon mal vor, dass wir ab 1992 etwa voll digital waren – mit dem GSM, also das sozusagen Global System for Mobile Communication, was sich dahinter verbirgt, war eben 2G und ab 1992 digital.
Ein Jahr später hatte Larry King einen Studiogast und der hat gesagt: Meine Frau hat jetzt einen Gehirntumor. Die hat immer ihr Handy am Ohr gehalten. Und ich werde jetzt Motorola verklagen. Motorola war damals Marktführer und innerhalb von einer Woche, aufgrund dieses Medienbeitrages – deswegen kann man vielleicht auch rückschließen, dass sie nicht so gerne dieses Thema anpacken – wurde die Motorola-Aktie um 10 Prozent weniger gehandelt. Das sind natürlich extreme Einbußen. Daraufhin hat in Amerika dann der damals CTIA heißende Cellular Telephone Industry Association – der Verband der gesammelten Mobilfunkindustrie – hat eine Pressekonferenz einberufen und hat gesagt: Macht euch keine Sorgen, wir haben Tausende von Studien, die zeigen, dass es kein Problem gibt. Und einer der Journalisten war so mutig und hat gesagt, können wir die mal sehen? Und dann hatte er da nichts zu bieten.
Woraufhin aber wieder einige wenige Wochen später sozusagen die Dr. George Carlo Story begann. Weil dieser Mann bekam dann den Auftrag, über sechs Jahre lang zu forschen, um eben zu zeigen, es gibt eigentlich gar keine Probleme im Mobilfunk. Und dieser Dr. George Carlo hat mich journalistisch besonders interessiert, weil es stellte sich heraus, dass er eben innerhalb seiner Arbeitsphase im Auftrag der Industrie – ausgestattet mit 28,5 Millionen Budget für die Forschung – etwas gefunden hatte, was eben leider für die Industrie nicht so angenehm war.
Und da war es auch die Geburtsstunde eines sogenannten Wargame Memos. Das war im Auftrag von Motorola eine Lobby- und Werbeagentur namens Burson-Marsteller, die dann gesagt hat, wie man mit kritischer Wissenschaft umgehen sollte. Und da geht es zum Beispiel in den Bereich der Diskreditierung der Wissenschaft. Das ist ein Muster, was wir hier später auch noch erkennen können. Der Carlo hatte zwei Kompetenzen: Er war einmal Wissenschaftler, Medizinwissenschaftler, und er war Jurist. Und was mich dann besonders angetriggert hat, diesen Mann persönlich kennenzulernen, war die Tatsache, dass er hinter den Kulissen die Anwälte berät, die seit 2001 bis heute versuchen, Gehirntumor-Patienten im Klageweg da hinzubringen, wo wir mal waren mit Tabak und Asbest.
Ich habe, wenn Sie so wollen, dann nochmal ganz kurz auf diese Reportage einzugehen, weil das eben von Ronny freundlicherweise erwähnte erste Werk, journalistisch filmische Werk, lief in der Tat noch bei France 2. Und ich darf Ihnen sagen, am Tag der Sendung, der Ausstrahlung im Mai 2006, hat man mich noch angerufen und gesagt: Wir müssen aufgrund des juristischen Drucks etwas ändern. Da muss davor USA-Handys auf der Anklagebank …weil – bei uns ist ja alles in Ordnung, so ungefähr. Also die Juristen haben sich eingeschaltet. Ich hatte dann Motorola auch erwähnt, da musste ein Bleep über den Firmennamen und am Ende musste dann im Abspann stehen, die WHO hat alles im Griff. Also es gibt eigentlich gar keine Probleme.
Also so wird dann gearbeitet, was letztendlich dazu geführt hat, das hatte Ronny freundlicherweise auch schon mal angekündigt. In der Tat war die ARD vorgesehen als Ausstrahlungsort für diese gleiche Reportage. Also da war eigentlich eine wunderbare Zusammenarbeit, zunächst einmal. Aber dann in dem Jahr, wir reden jetzt über 2006, kamen die Fußball-Bundesliga-Rechte – gesponsert über T-Mobile – zurück an die ARD. Und deswegen konnte man also dann so ganz kritische Bereiche, und ich darf Ihnen kurz was vorstellen, was der Dr. George Carlo – der wie gesagt auch unter juristischer Beobachtung steht, der kann nicht einfach irgendwas sagen – in dem Beitrag zum Besten gegeben hat, nach einer kurzen Vorstellung. Ich habe einige kleine Videoclips vorbereitet, weil das dann vielleicht auch die Sache ein wenig auflockert.
[Teil 2]
Den Mann, der den attraktiven Forschungsauftrag vom CTIA bekam, um sechs Jahre lang zu forschen, traf ich auf Vermittlung von Bob erstmals im Sommer 2005. Dr. George Carlo, der Medizinwissenschaftler und Jurist, gründete das Institute for Wireless Technology Research, WTA. Sie sollten wissenschaftlich beweisen, dass die Handys unschädlich sind. Doch die Industrie hatte den falschen Mann eingekauft, einen, der noch heute schonungslos aufdeckt.
[Dr. George Carlo:] „Es gibt Studien, die Probleme oder potenzielle Probleme aufzeigen; und es gibt Studien, die ergebnislos sind. Aber die Industrie benutzt diese Studien als Beweis dafür, dass Handys sicher sind. Das ist wissenschaftlicher Betrug!“
[Klaus Scheidsteger] Ja, also das ist vielleicht auch ein Grund. Immerhin hat er das sagen dürfen sozusagen und das wurde nicht zensiert in Frankreich, in Deutschland schon.
Dann gab es den nächsten Schritt, was sehr interessant war für mich zu beobachten. Das war die eben auch schon mal erwähnte Reflexstudie von Professor Adlkofer. Und da hat sich dann der Spiegel drauf gestürzt und wie wir gleich sehen werden, hatte das auch einen ganz bestimmten Herrn, der übrigens auch aus Bremen kommt, den wir alle sehr mögen. Der ist da unten drin und dann bekam diese doch Anschuldigung, dass diese Studien gefälscht seien von einer Assistentin des Herrn Professors – bekam dann nochmal so eine neue Farbe. Also so eine Art Liebesgeschichte wurde hier erzählt von diesem Menschen aus Bremen, einem Professor Lerchl, der also später auch nochmal zur Geltung kommen wird. Das ist einer derjenigen, die wirklich quasi als Lobbyist tätig sind und seiner wissenschaftlichen Expertise einfach nicht nachkommt. Ist schon ein ganz spezieller Mensch.
Wir haben dann, wenn Sie so wollen, auch dieses Wargaming im gleichen Kontext zu finden. Es kommt immer dann zur Geltung, wenn eben Wissenschaft etwas aufdeckt, was der Industrie gefährlich sein könnte. Und in diesem Fall, diese Studie, Reflexstudie, wurde dann richtig systematisch beackert. Und ich habe dazu dann eine Journalistin gefunden, beim Profil in Wien, das war sozusagen der kleine Spiegel. Und die hat eben etwas dagegen gestellt. Die hat dann eine Aufdeckung der Geschichte eigentlich gehabt. Und die ganze Geschichte kompakt ist meines Erachtens deswegen so deutlich, weil wir hier die Zusammenhänge sehen, wie dann einfach auch über Lügen und Fehlinformationen Manipulation stattfindet. Und dazu haben wir dann die Journalistin als erstes.
[Journalistin] „Ich weiß auch von Forschern, die wirklich da auch dran waren, die gesagt haben: Ich möchte nie wieder irgendwas mit Handystrahlung forschen, denn wenn ich da draufkomme, dass das gesundheitsschädlich ist, dann zerstört mich die Lobby. Also da gibt es wirklich schon seitens der Wissenschaftler Bedenken, die einfach diese Forschung nicht mehr anrühren wollen. Das ist mittlerweile wie ein heißes Eisen, weil die Angst haben, dass sie da nicht nur wissenschaftlich, sondern auch teilweise persönlich zerstört werden, so wie man es da in Wien erlebt hat.“
In der Tat ist seit dem Wargame-Memo aus dem Jahre 1994 ein Muster klar erkennbar. Alle Wissenschaftler, die ein Problem mit der Mikrowellenstrahlung unserer Handys und Smartphones fanden, bekamen anschließend selber ein Problem. Die Strategien des Wargaming sind auch heute noch präsent. Auch in Wien bleibt ein übler Nachgeschmack, obwohl der Anstifter zur angeblichen Fälschung mittlerweile gerichtlich überführt wurde und die wissenschaftlichen Arbeiten der Wiener Forscher international bestätigt wurden.
Prof. Dr. Wilhelm Mosgöller: „Der Wiener Forschungsskandal, das war eine Reaktion von einem, ich nenne es Lobbyisten, aus Deutschland. Der hat Beschuldigungen losgelassen. Da hat man einen zuerst akademischen und dann eigentlich einen sehr profunden Streit lanciert, um gewisse Forschungsergebnisse einfach schlecht zu machen und wegzumachen. Sieben Jahre später kann ich ruhigen Gewissens sagen, der Mann wurde verurteilt. Das ist üble Verleumdung. Es ist an den Vorwürfen nichts dran geblieben. Und alle, die noch immer im Hinterkopf behalten haben, dass da irgendwas schiefgelaufen ist, denen kann man heute sagen, es ist alles in Ordnung. Wir verfolgen diese Daten weiter. Wir haben jetzt gerade das Nachfolgeprojekt abgeschlossen, konnten also die Befunde vom ersten großen Projekt bestätigen und vertiefen. Es ist nicht nur so, dass in einigen Zellen die sensitiv reagierende DNA bricht. Wir wissen heute auch, warum sie bricht. Wir können den zellulären Mechanismus, der dahinter steht, beschreiben. Das ist wissenschaftlich betrachtet ein wichtiger Befund, um den Sachverhalt plausibel darzustellen.“
Wargaming in Österreich heißt dann wohl auch bösartige Interpretation und Verdrehung von Tatsachen, wie hier bei der von Professor Mosgöller geleiteten AUVA-Studie durch den Industrielobbyverein FMK aus Wien. Das Schema der bewussten Fehlinterpretation wird dann gerne auf die Spitze getrieben, wenn z. B. im Österreichischen Ärztezeitung Fake News veröffentlicht werden, die sich erst bei näherem Hinsehen als bezahlte Werbung entpuppen. Aber langsam wird es eng für die Meister-Manipulierer.
[Klaus Scheidsteger] Sollte man meinen. Aber obwohl eben der Mensch, der diesen sogenannten Fälschungsskandal losgetreten hatte, überführt wurde und zuletzt sogar gerichtlich verurteilt wurde, hat sich Der Spiegel nicht bemüßigt gefühlt, die Sache aufzuklären. Das wäre doch vielleicht mal eine nette Anregung. Also es blieb sozusagen bei diesem Fälscherurteil.
Und was eben auch fatal ist, was ich dann gemerkt habe, in Amerika bei den Klagen wird sozusagen das weggewischt. Also das war ja eine Fälschung, obwohl das Quatsch ist. Und Sie haben gesehen, wie hier manipuliert wird. Und dementsprechend war dann dieser Herr Professor Lerchl auch wieder ein Thema. Der hatte sich nämlich beworben bei der Abstimmung in der Internationalen Agentur für Krebsforschung, das ist die IARC, die eben suchte eine Einordnung: Ist Handybenutzung krebsfördernd, ja oder nein? Und da hatte sich Herr Lerchl beworben. Und mit diesem Schreiben wurde ihm abgesagt, weil selbst bei der Unteragentur der Weltgesundheitsorganisation war zu dem Zeitpunkt ein Gremium der Meinung, dass er mehr als Kritiker denn als Forscher sich einen Namen gemacht hat. Und Herr Lerchl selbst hat also diesen Absagebrief an ihn ins Internet gestellt. Auch noch ein weiteres Beispiel, wie man sich da verhalten könnte. Aber auch dieses Thema wurde in den normalen Medien nicht aufgegriffen.
Als ich dann die Recherche begann für meinen ersten Kinofilm, wurde ich mit den Dingen, die sie eben teilweise gesehen haben, mit diesen Aussagen und Aufdeckungen, in die Verschwörerecke gestellt. Also ich bin da seit zehn Jahren, durch eine Titelstory im Profil. Okay
Dann ein weiteres Beispiel, MOBI-Kids-Studie zu Handy- und Gehirntumoren. Da wurde eben auch wieder eine verharmlosende Fehlinterpretation durch das Bundesamt für Strahlenschutz interpretiert. Und die Autoren dieser sogenannten MOBI-Kids-Studie haben das nicht wiedergefunden. Die haben gesagt: Es kann nicht und war nicht das Ziel der MOBI-Kids-Studie, die Auslösung von Gehirntumoren durch Mobilfunk zu untersuchen! Und die BFS hat gesagt, die Nutzung von Mobiltelefonen erhöht das Risiko bei Kindern und Jugendlichen nicht. Also in diesem Zwiespalt wird dann eben auch gearbeitet.
Dazu habe ich noch, dahinter verbirgt sich eben schon mal die erwähnte ICNIRP. Und da gibt es einen sehr schönen sogenannten ICNIRP Report, an dem der liebe Klaus Buchner, damals noch als EU-Abgeordneter, mitgearbeitet hat.
[Dr. Klaus Buchner] „Das Hauptergebnis war, dass diese Leute Verbindungen zur Industrie haben. Dass sie also nicht unabhängig sind, und dass sie manchmal – man muss ja immer angeben, ob man solche Verbindungen hat – dass sie da manchmal die nicht angegeben haben. Das heißt also, es war schon eine Entdeckung von Dingen, die anders gelaufen sind, als sie laufen sollten.“
[Klaus Scheidsteger] ICNIRP ist wirklich nicht dazu da, um eben den Schutz der Gesundheit sicherzustellen – das sollten sie eigentlich tun – sondern die legen industrienahe Grenzwerte fest. Und das ist eben eines der Probleme auch für die Frustration. Das Ganze geht dann weiter. Wir haben teilweise international nun auch tolle Kommissionen. Und die weisen eben auch nach, dass die gesundheitlichen Annahmen, die das FCC und die ICNIRP, Grenzwertbestimmung für Hochfrequenzstrahlung, zugrunde legen, überhaupt nicht die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Gesundheitsrisiken entkräftigen. Und deswegen geht es denen auch momentan an den Kragen. In Amerika ist das FCC und die ICNIRP gerade in der Anklage. Das sind Prozesse, die sind jetzt angelaufen. Und das ist gut so.
Diese erdrückende Lage der Studien und der Wissenschaft, die eben etwas an Gesundheitsrisiken aufdeckt zunehmend, wird dann unter anderem zum Beispiel im Rahmen der Technikfolgeabschätzung – das kam heute auch schon mal zur Geltung – dazu genutzt, um dann über eine Werbeagentur und Werbemaßnahmen, Sie können das vielleicht noch erinnern, genau das Gegenteil zu behaupten. Nämlich zu sagen: 5G ist was ganz Tolles, Deutschland spricht darüber, wir brauchen das alle.
Und in der Tat ist es so, dass beispielsweise meine Arbeit sich immer so versteht, dass ich die Menschen aufsuche. Die eben erwähnte Frau Belpoggi, eine der führenden Krebsforscherinnen, die habe ich besuchen dürfen am Ramazzini-Institut, die war zuständig für die STOA. Und die STOA-Studie wurde angegriffen. Und dementsprechend denke ich, es ist einfach auch journalistisch eine Botschaft, guckt euch die Leute an, nicht vom Schreibtisch aus.
Sie hat 2020 eine 5G-Technik-Folgenabschätzung in Auftrag gegeben, die Resultate des sogenannten STOA-Reports sind eindeutig. Erhöhte Krebsgefahr und verminderte Spermienqualität bereiten die größten Sorgen und führten unter anderem zu einer Ausbaustopp-Forderung und einer neuen Informationspolitik im Sinne des Verbraucherschutzes.
Gegen die Leiterin, Dr. Fiorella Belpoggi, die auch den STOA-Report verantwortete, wurde von industriefreundlichen Wissenschaftlern der Versuch unternommen, ihre Kompetenz infrage zu stellen.
[Dr. Fiorella Belpoggi] „Ich arbeite seit 1976 in der Krebsforschung. Und so denke ich, dass ich in meinem Berufsleben viel gelernt habe. Und ich war der Autor des STOA-Berichts. Aber am Anfang glaubte ich in der Lage zu sein, diesen Bericht alleine zu erstellen. Als ich dann mehr als 8.000 relevante Arbeiten vorfand, beschloss ich, auch Kollegen einzubeziehen. Und diese Kollegen haben beide, Dr. Sgargi und Dr. Vornoli, einen Master in Biostatistik. Und somit waren sie sehr wohl in der Lage, Studien auszuwählen und Dokumente für meine Gesamtbewertung zu erstellen.“
[Klaus Scheidsteger] ….der Menschen zu handeln und den Dialog zu suchen und diese Form auch der wissenschaftlichen Erkenntnisse darzustellen, wird Werbestrategie betrieben. Und das wird überhaupt nicht weiter berücksichtigt. Die wird einfach fertig gemacht oder der Versuch wird unternommen. Und ja, niemand besucht sie. Da kommt also die Presse von heute offensichtlich nicht mal auf die Idee, diese Dame mal aufzusuchen. Was sehr schade ist. Wir haben dann gesagt: Okay, vielleicht hilft es, wenn wir unsere eigene Studie machen. Und wir haben jetzt die eben schon mal erwähnte ATHEM-3-Studie auf den Weg gebracht. Und die Veröffentlichung dieser Studie hat schon im Jahr 2024 stattgefunden. Und ich denke, diese junge Dame neben mir ist maßgeblich beteiligt, dass wir sie überhaupt gemacht haben. Aber das ist genau das, was eigentlich die Behörden machen sollten. Wir haben das dann eigen-initiativ auf die Beine gestellt, um noch mal stärker zu sein und genau diesen Hinweis dann auch per Studie nachweisen zu können, dass es eigentlich keinen Unterschied gibt zwischen nicht ionisierender und ionisierender Strahlung. Mein Film Die Witwenstraße zeigt das auch deutlich auf. Und den dürfen wir dann bei euch auch auf die Plattform setzen. Vielen lieben Dank für die Aufmerksamkeit.
[www.kla.tv/37490 ASZA.org – für Strahlungsfreie Zonen]
Handy- und WLAN-Strahlen schädigen Menschen, Tiere und Umwelt. Wir brauchen strahlungsfreie Zonen! ASZA.org
Autor: hm.
Mobilfunk im Fokus: Verdrängte Risiken einer allgegenwärtigen Technologie ─ MWGFD-Pressesymposium klärt auf! (Zusammenschnitt)
www.kla.tv/41484Weitere Sendungen zum MWGFD:
www.kla.tv/MWGFD
21. AZK - Klaus Scheidsteger „30 Jahre Lobbyismus gegen kritische Mobilfunkforschung“
www.kla.tv/38456Mehr zu Klaus Scheidsteger unter:
www.das-digitale-dilemma.de
Sehen Sie auch den Film „Die Witwenstraße“ des Filmemachers Klaus Scheidsteger:
www.das-digitale-dilemma.de/die-witwenstrasse/
Quellen:
MWGFD Pressesymposium 2. Mai 2026
https://www.mwgfd.org/2026/03/pressesymposium-5g6g-immer-weiter-so/








