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Palantirs heimliche Übernahme der Ukraine

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Palantir – einer der großen Gewinner des Ukrainekriegs. Während die Bevölkerung unter den schrecklichsten Folgen des Krieges leidet, nutzt Palantir die realen Kriegsbedingungen, um seine Software zur Planung und Koordination militärischer Operationen weiterzuentwickeln und anschließend zu vermarkten. Im eigenen Blog schreibt Palantir: „Die Industrie ist bereit und willens. Die NATO muss weiterhin Möglichkeiten schaffen – sowohl in Übungs- und Veranstaltungsformaten …“ Die Sendung zeigt auf, wie in diesem Krieg nicht nur neue Waffensysteme getestet, sondern auch der digitale Staat und somit die Technokratie ausgerollt werden, dies jedoch nicht nur in der Ukraine ...

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Der Ukrainekrieg schwelt vor sich hin ohne nennenswerten Gewinn für beide Kriegsparteien. „Was soll denn das eigentlich?“, kann man sich fragen. „Ist tatsächlich keine der beiden Kriegsparteien überlegen? Oder ist das gar so gewollt?“ Diese Sendung untersucht die Frage, welche Akteure ein Interesse daran haben könnten, dass der Krieg weiterhin andauert.

Denn wer sicher kein Interesse daran hat, dass sich der Krieg in die Länge zieht, ist das leidtragende Volk. So erreichte Kla.TV ein Hilferuf eines ukrainischen Bürgers, dem der Krieg aus vielen Gründen sehr seltsam erscheint. Er fragt unter anderem, warum Angriffe häufig zivile Infrastruktur treffen und vor allem die Bevölkerung unter den Folgen des Krieges leidet. Gleichzeitig stellt er die Frage, weshalb strategisch wichtige militärische Ziele der Ukraine weitgehend verschont blieben und weshalb offenbar keine Villen von Regierungsmitgliedern in Kiew von Angriffen betroffen seien. Das einfache Volk gehört zu den Verlierern. Trotzdem gibt es auch Akteure, die vom Krieg profitieren.

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Zu den Gewinnern der Situation gehören sicherlich Rüstungstechnologieunternehmen wie Palantir oder Anduril. Sie können ihre Entwicklungen in Datenverarbeitung und autonomen Waffensystemen unter realen Kriegsbedingungen weiterentwickeln und anschließend vermarkten.

  • So war etwa Palantir-CEO Alex Karp der erste Manager eines großen US-Technologieunternehmens, der nach dem Ausbruch des Konflikts im Juni 2022 nach Kiew reiste, um Präsident Selenskyj zu treffen. Seitdem wird die Software Gotham im Krieg eingesetzt und weiterentwickelt. Der ehemalige ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov bestätigte, dass seine Streitkräfte Palantir-Software nutzen, um die Angriffe auf Russland zu planen. Palantir hat in Zusammenarbeit mit der ukrainischen Armee das KI-basierte System entwickelt um Geheimdienst- und militärische Aufklärungsinformationen zu analysieren und zu verarbeiten. Mit den gesammelten Daten aus dem Schlachtfeld werden KI-Modelle trainiert und Systeme entwickelt, um Ziele auch unter schwierigen Umständen zu erkennen. Außerdem ist der Aktienwert von Palantir, aber auch der Firma Anduril, in den letzten zwei bis drei Jahren um mehrere hundert Prozent gestiegen.

  • Anduril hat sich auf die Entwicklung von autonomen Waffensystemen spezialisiert und testet seine Entwicklungen ebenfalls in der Ukraine.

  • Mit den Erfahrungen aus dem Ukrainekrieg hat Palantir das „Maven Smart System“ weiterentwickelt. Es handelt sich um ein KI-gestütztes System, das Daten aus der militärischen Aufklärung automatisiert auswertet und Ziele für Angriffe definiert. In der Ukraine wurde dadurch die Zeit von der Zielerkennung bis zum Angriff von Stunden auf Minuten reduziert. Im Palantir-Blog liest man unter dem Titel „Was kommt als Nächstes?“: „Die Industrie ist bereit und willens. Die NATO muss weiterhin Möglichkeiten schaffen – sowohl in Übungs- und Veranstaltungsformaten …“ Was wäre da besser geeignet als ein reales Schlachtfeld?

  • Mit „Brave1“ hat die Ukraine im Jahr 2023 eine Innovationsplattform für Verteidigungstechnologie gegründet. Ziel ist es, ukrainische und internationale Unternehmen, Start-ups und Entwickler bei der Entwicklung von Militärtechnologien zu unterstützen. „Brave1 Dataroom“ ermöglicht es Firmen, KI-Modelle mit realen Daten aus dem Ukrainekrieg zu trainieren und weiterzuentwickeln. Es werden „Innovations-Wettkämpfe“ in folgenden Gebieten finanziert: Drohnenabwehr, elektromagnetische Angriffs- und Verteidigungssysteme, autonome Waffensysteme. Ein Schwerpunkt ist beispielsweise die automatische Erkennung russischer Drohnen.

Mit dem schwelenden Ukrainekrieg wird das Gespenst der Russischen Bedrohung aufrechterhalten, denn ohne Russische Bedrohung fehlte die Dringlichkeit für die hohen Rüstungsausgaben. Nach Abschluss eines Friedensabkommens müssten die Rüstungsbudgets gekürzt und die Bestellungen bei den Rüstungskonzernen aufgeschoben oder storniert werden. Dies hätte sicherlich einen starken negativen Einfluss auf den Aktienkurs dieser Firmen. Hauptaktionäre bei den meisten Rüstungskonzernen sind BlackRock und Vanguard. Da wundert es nicht, dass der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende von BlackRock Deutschland, Friedrich Merz, den Ukrainekrieg befeuert statt deeskaliert. Kurz bevor die Bundeswehr einen Großauftrag platzierte, hat BlackRock zum Beispiel seine Anteile an Rheinmetall erhöht.

In der Ukraine werden die Waffensysteme der Zukunft entwickelt und getestet. Es werden allerdings nicht nur Waffen getestet, sondern mit dem Projekt „Diia“ wird der digitale Staat ausgerollt. Diia ist die zentrale digitale Plattform der ukrainischen Regierung. Bürger können darüber zahlreiche staatliche Dienstleistungen online nutzen und Dokumente digital verwalten. Da alle Informationen, die ein Mensch durch seine alltäglichen Aktivitäten generiert, digital vorliegen, kann er mittels KI analysiert und kategorisiert werden. Inzwischen hat Palantir auch bei Diia Einzug gehalten. Die totale Kontrolle des Bürgers durch den Staat wird ein Kinderspiel. Gemäß Valeriya Ionan, Beraterin des ehemaligen ukrainischen Verteidigungsministers Mykhailo Fedorov, hat der Krieg die digitale Transformation auch im zivilen Bereich gefördert und keineswegs gebremst. Palantir-Software ist Rückgrat der ukrainischen Armee geworden und scheint es wohl bald auch des ukrainischen Staates zu sein. Dies stellt ein kaum dagewesenes Machtmonopol dar. Ist die Ukraine auf dem Weg zu einem technokratischen Staat zu werden, wie er von Peter Thiel, dem Mitgründer und Mitinhaber von Palantir gepredigt wird? In der Sendung „Die Akte Peter Thiel“ [www.kla.tv/42109] wird dargelegt, wie der von Peter Thiel mitgegründete Technologiekonzern Palantir Systeme bereitstellt, die die technischen Voraussetzungen für einen zunehmend umfassenden und potenziell totalitären Überwachungsstaat schaffen.

Aber nicht nur die Ukraine ist auf dem Weg, sich zu einem technokratischen Staat zu entwickeln. So wie die russische Regierung während der Covid-Krise das gesamte Programm mittrug – vom Sputnik-Impfstoff mit zahlreichen Impfschäden bis hin zu den Sanktionen –, so zieht der Kreml auch im Ukrainekrieg alle Register. Laut dem Spanischen Institut für Strategische Studien (IEEE) des spanischen Verteidigungsministeriums beschleunigt der Krieg in der Ukraine den Wettstreit um technologische Innovationen und macht künstliche Intelligenz (KI) zunehmend zu einem Schlüssel für die künftige militärische Vorherrschaft. Solch ein bewaffneter Konflikt gleiche einem Labor, in dem Großmächte und Unternehmen der Branche KI-Systeme ständig für ein breites Spektrum an Fähigkeiten, Funktionalitäten und Anwendungen trainieren und testen können: „Moskau versorgt Peking mit operativen Informationen über seine Erfahrungen in diesem Krieg und insbesondere über KI, während China mit Russland bei der Entwicklung von Hightech-Militärtechnologie zusammenarbeitet.“ Soweit der Bericht des Spanischen Instituts für Strategische Studien.

Zwar gibt es in Russland nach öffentlichen Informationen bislang keinen einzelnen Konzern, der Palantir eins zu eins entspricht. Stattdessen gibt es mehrere Systeme und Unternehmen, die unterschiedliche Bereiche dessen abdecken, was Palantir anbietet. So entwickelt etwa der russische Rüstungskonzern Rostec unter anderem Elektronik, Software, KI-, Drohnen- und militärische Systeme. Das Unternehmen NtechLab wiederum ist auf KI-basierte Videoanalyse, Gesichtserkennung sowie die Erkennung von Fahrzeugen und Kennzeichen spezialisiert.

Russland verfügt damit ebenfalls über weitreichende digitale Überwachungs- und Analysesysteme, die jedoch nicht in einem einzelnen Konzern gebündelt sind, sondern sich auf verschiedene staatliche und staatsnahe Akteure verteilen.

Das russische Pendant zur ukrainischen digitalen Plattform „Diia“ ist vor allem das staatliche Portal „Gosuslugi“ einschließlich seiner mobilen App. So wie Diia den Aufbau des digitalen Staates in der Ukraine vorantreibt, spielt Gosuslugi eine vergleichbare Schlüsselrolle bei der Digitalisierung des russischen Staates.

Auch in Russland sind die Leidtragenden diejenigen, die kein Interesse an einem andauernden Krieg haben: das Volk. Während ukrainische Bürger von russischen Angriffen auf zivile Infrastruktur berichten, beklagen auch russische Bürger ukrainische Angriffe auf Zivilisten. Allein im Juli 2026 soll die ukrainische Armee nach einem Artikel von Anti-Spiegel mindestens 24 zivile Busse mit Drohnen angegriffen haben. Seit Mitte Juli 2026 wurden zudem wiederholt Lager- und Logistikzentren des russischen Onlinehändlers Wildberries durch ukrainische Drohnenangriffe getroffen. Wildberries wird häufig als „russisches Amazon“ bezeichnet.

All dies gießt weiter Öl ins Feuer. Man wird den Eindruck nicht los, dass Regierungen im selben Boot sitzen, um den Krieg zu verlängern und zugleich in ihren Ländern den Aufbau eines digitalen, totalitären Staates voranzutreiben.

Dies scheint der eigentliche Grund dafür zu sein, warum noch immer jeden Tag Menschen sterben und jegliche Friedensbemühungen im Sand verlaufen. Darum ist es wichtig wach zu bleiben und die roten Fäden hinter diesen Kriegstreibern und KI-Entwicklungen zu erkennen.

Autor: mib./dd.

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Quellen:

Creative Commons Lizenzen
https://www.creativecommons.org/licenses/

Alex Karp trifft Selenskyj im Juni 2022
https://time.com/6691662/ai-ukraine-war-palantir/

Selenskyj trifft Palantir-CEO – Ukraine erweitert Einsatz von KI im Krieg
https://www.reuters.com/world/europe/zelenskiy-meets-palantir-ceo-ukraine-expands-use-ai-war-2026-05-12/

Aktienkurse Palantir und Anduril
https://finance.yahoo.com/quote/ANIN.PVT/
https://www.finanzen.ch/aktien/palantir-aktie

Webseite Brave1
https://brave1.gov.ua/en

Zufälle gibt’s: BlackRock erhöht Rheinmetall-Anteile – dann kommt Großauftrag
https://www.kettner-edelmetalle.de/news/zufalle-gibts-blackrock-erhoht-rheinmetall-anteile-dann-kommt-grossauftrag-21-06-2024

Palantir-basierte Dashboards in Schulen und Militärsystemen
https://digitalstate.gov.ua/news/govtech/mykhaylo-fedorov-vyznachyv-kliuchovi-priorytety-v-noviy-posadi-oboronni-innovatsiyi-ai-osvita-ta-tsyfrove-upravlinnia

Die Akte Peter Thiel
https://www.kla.tv/42109

Geostrategische Analyse des Spanischen Instituts für Strategische Studien (IEEE) des spanischen Verteidigungsministeriums
https://www.defensa.gob.es/documents/2073105/2278118/la_inteligencia_artificial_y_la_guerra_de_ucrania_2024_dieeea81_eng.pdf/4c19e2e7-da09-2d81-7aad-04c91079aade

Wie Russland das Kommando und die Kontrolle für KI-fähige Kriegsführung umgestaltet
https://www.csis.org/analysis/how-russia-reshaping-command-and-control-ai-enabled-warfare

Die Ukraine macht gezielt Jagd auf zivile Busse
https://anti-spiegel.ru/2026/die-ukraine-macht-gezielt-jagd-auf-zivile-busse-bus-schebekino/

Immer wieder Wildberries als Ziel: Warum greift die Ukraine den Online-Riesen an?https://de.euronews.com/my-europe/2026/08/03/wildberries-ukraine-lieferkette-russische-drohnen

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