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Corona Aufarbeitung nach Goldstandard statt erneute Pandemie Panik

Panik Datenanalyst Barz vor Brandenburger Enquete-Kommission

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Während die Medien immer wieder Panik vor neuen Pandemien schüren, sollten dringend erst einmal die Ereignisse der Corona Jahre aufgearbeitet werden. War die Panik damals überhaupt berechtigt? Der Informatiker und Datenanalyst Marcel Barz fordert seit langem eine gründliche Corona-Aufarbeitung, ohne Deutungen und Interpretationen sondern nach Goldstandard, d.h. ausgerichtet an den Primärquellen. Was sagen zum Beispiel die Sterbezahlen vom ersten Halbjahr 2020? Warum werden diese und viele andere Primärquellen der Öffentlichkeit vorenthalten? Wäre es sonst vielleicht schwerer, die Bevölkerung erneut in Pandemie-Angst zu versetzen?

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In den letzten Monaten mehren sich Stimmen, die vor dem Ausbruch neuer Pandemien warnen. Ebola, Vogelgrippe-Virus, Marburg Virus oder ist es ein Meningitis-Ausbruch wie kürzlich in Großbritannien, der die Weltbevölkerung nach Corona erneut bedrohen könnte? Mit Schlagzeilen wie „Rasend schnell“, „beispiellos“, „Infektionswelle beunruhigt Briten“ werden bei der Bevölkerung jedenfalls schon mal Ängste geschürt.

Doch bevor sich die Bevölkerung erneut in Angst und Schrecken versetzen lässt, sollte dringend eine gründliche Aufarbeitung der Corona-Jahre stattfinden und die Frage geklärt werden, ob die Corona-Panik ab 2020 überhaupt berechtigt war? Immerhin trug sie dazu bei, dass sich die Menschen eine Injektion verabreichen ließen, an deren Folge nicht nur viele verstorben sind sondern noch bis heute zu leiden haben.

Einer, der sich seit Jahren vehement für eine faktenbasierte Aufarbeitung einsetzt ist der Wirtschaftsinformatiker und Datenanalyst Marcel Barz. Am 27. März 2026 war er als Sachverständiger in der Enquete-Kommission [überfraktionelle Arbeitsgruppen] in Brandenburg zur Aufarbeitung der Corona-Jahre eingeladen.

In seinem dortigen Beitrag plädierte er dafür, diese Aufarbeitung konsequent an Primärquellen auszurichten. Nur sie bieten eine belastbare Grundlage für die Bewertung und Einordnung – jenseits von Deutungen oder nachträglichen Narrativen.

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Marcel Barz: Brandenburger Enquete-Kommission

Das Spektrum an Weltsichten ist so unterschiedlich, so riesig groß. Von denen, die sagen „Wir sind doch super durch die Pandemie gekommen“, bis zu denen, die sagen „Das war doch nur Fake, wir wurden reingelegt, da sollten nur Impfstoffe verkauft werden“ – und alles dazwischen. Dieses breite Spektrum wird nicht schmaler. Diese Stimmen waren am Anfang der Pandemie schon da und die sind heute noch da, weil jede Seite belegt ihre Sicht mit Quellen, mit Experten, mit Studien, mit Zahlen und so weiter .

Das ist ein Problem, was ich von den Studenten her kenne. Wenn sie eine wissenschaftliche Arbeit schreiben sollen, dann haben sie eine Literaturrecherche gemacht, 100 Bücher da, 100 Autoren. Dann kommen sie zu mir und fragen: „Wie soll ich mich jetzt da zurechtfinden?“ Und dann sage ich denen nicht: „Nimm die Autoren, die das schönste Cover haben“ oder „die am dichtesten an deiner eigenen Meinung dran sind“ oder „nimm die, wo die meisten dieser Meinung sind“, sondern ich sage ihnen drei Ratschläge (und die möchte ich auch der Kommission geben): Primärquellen, Primärquellen, Primärquellen!

Das ist das Entscheidende und das ist eigentlich auch jedem klar, der mal wissenschaftlich gearbeitet hat. Primärquellen sind immer wichtiger als Sekundärquellen. Ich habe mal ein „Größer-als“-Zeichen dazwischen gemacht. Wenn man das mal jetzt für die Kommissionsarbeit hier und für den heutigen Untersuchungsgegenstand brainstormt: Was ist das? Zum Beispiel die Rolltreppen, die desinfiziert werden – das ist eine Sekundärquelle. Die Bilder aus Bergamo – Sekundärquelle. Faktenchecker – Sekundärquelle. Ein Artikel in der „Zeit“ und so weiter. Auch eine Pressemitteilung würde ich alles als Sekundärquelle einordnen.

Aber was sind Primärquellen? Das ist die Verordnung, die wir hier hatten im Land Brandenburg. Und die Verordnung hat Frau Nonnemacher ja nicht einfach so aus dem Drucker kommen lassen, sondern da gab’s ja einen Prozess davor. Das hat mit der MPK [Ministerpressekonferenz] zu tun, das hat mit dem zu tun, was das RKI gesagt hat, das sind natürlich der Krisenstab in Brandenburg und die Lageberichte. Das sind die Primärquellen. Man kann im Einzelnen drüber streiten, ob es jetzt nicht doch sekundär oder primär ist, aber das Prinzip ist, glaube ich, jedem klar, wo hier die Unterscheidung ist.

Das ist jetzt meine wichtigste Folie (mit schwarzem Hintergrund und großen Buchstaben): Primärquellen sind wichtiger als Sekundärquellen. Das erwarten wir von jedem Student, so arbeitet der. Es gibt noch eine zweite Dimension, die man als Zahlenmensch berücksichtigen muss: Ich sage immer, es gibt die Betonzahlen. Das sind die, die in Stein gemeißelt sind, die sich nicht so verändern lassen.

Bei Corona: die Anzahl der Kranken, die Anzahl der Atemwegserkrankungen, die wir messen, die Anzahl der Toten. Und dann gibt’s eben die Gummizahlen, die so dehnbar sind – diese Inzidenzen und so weiter, das sind so typische Gummizahlen.

Also wenn ich sozusagen gesunde Leute nach Hause „teste“ und dann gibt es Probleme auf der Arbeit, dann ist das wieder eine Gummizahl, weil das habe ich ja selbst verursacht, durch meine Maßnahme. Also deshalb sind Betonzahlen für mich die, wo niemand ran kann auch wenn er Epstein oder sonst wie heißt.

Die Anzahl der wöchentlichen Toten in Brandenburg, das ist für mich eine Betonzahl oder die Auslastung der Krankenhäuser in Brandenburg – also die relevanten klinischen Daten für eine Pandemie.

Corona ist eine gefährliche Erkrankung, an der viele Menschen auch gestorben sind, das ist keine Frage, so wie die Grippe auch. Aber genau das habe ich eben nicht gesehen in den Betonzahlen. Also wenn ich mir jetzt bis zur ersten Verordnung, das erste halbe Jahr in 2020 anschaue, die klinisch relevanten Daten - dann ist da nichts, also nichts Auffälliges. In den Sterbezahlen waren wir sogar an einem Allzeittief. Und auch Auslastung vom Krankenhaus, die ich sehen kann, die Abrechnungsdaten vom Krankenhaus, die InEK-Daten [die von Kalkulationskrankenhäusern jährlich bis zum 31. März zu liefernden, anonymisierten Leistungs- und Kostendaten] wenn sie da mal rein gucken oder jemand rein gucken lassen, der das kann, nämlich zum Beispiel Tom Lausen, der diese Woche in Cottbus war und das vorgetragen hat. Das kann man sich alles anschauen, das ist öffentlich. Dann wird man einfach misstrauisch. Ja, weil da war einfach nichts zu sehen.

Und deshalb sitze ich auch hier und deshalb ist es auch meine Hauptbeschäftigung mittlerweile, die Aufarbeitung der Pandemie. Wir müssen jetzt einfach rein gucken: Wie sind die Sachen zustande gekommen und wurde dann in den Krisenstäben diese Unterscheidung gemacht oder wurde nur mit Gummizahlen hantiert und mit Sekundärquellen?

Also nur mal als Beispiel, wenn ich es schaffe, morgen in der Verordnung in Brandenburg durchzusetzen, dass alle auf Herpesviren getestet werden müssen – jedes Kita-Kind, jeder im Krankenhaus – dann haben wir auch eine Herpes-Inzidenz. Dann haben wir Herpes-Pflegefälle oder Leute auf der Intensivstation mit einem positiven Herpes-Test. Wir haben Fallzahlen ohne Ende und sogar Herpes-Tote. Da sieht man, wie das eine Gummizahl ist, weil einfach der Nenner fehlt. Das müsste jedem Grundschüler klar sein, das das Gummizahlen sind. Meine These ist: Wenn wir uns im rechten Bereich bewegen (Sekundärquellen und Gummizahlen), dann ist eben alles möglich. Dann kann ich beweisen, es gibt Millionen Corona-Tote oder Millionen, die wir durch die Impfung gerettet haben, oder Millionen Impftote. Alles ist plötzlich möglich. Wenn wir nach links rübergehen zu den Betonzahlen und Primärquellen – deshalb nenne ich das den „Goldstandard“ –, dann gibt es dieses breite Spektrum nicht mehr. Dann rastet das regelrecht ein an einer Stelle, weil wir da einfach den Bezug zur Wirklichkeit nicht verloren haben, den ich in der rechten Seite, wo ich auch alles beweisen kann, den wir da meiner Meinung nach verlieren.

Vielleicht noch ein Beispiel. Wenn Sie Steuererklärung machen müssen beim Finanzamt, dann können Sie dem Finanzamt auch nicht sagen: „Wir sind super durch das Geschäftsjahr gekommen, waren auch alle sehr solidarisch und hatten zufriedene Kunden. Und Beweis, hier ist unsere Broschüre und ein Flyer und noch ein Foto von den lächelnden Kunden.“ Dann sagt das Finanzamt: „Nee, nee ich will die Zahlen haben.“ Und dann sagen sie, naja, wir haben nur 10 Eingangsrechnungen gehabt und viele Ausgangsrechnungen und wir haben 3 Kaffeemaschinen und ich weiß nicht was. Dann sagen die, ja das ist schön, aber ich will die BWA. [Betriebswirtschaftliche Auswertung]

Also was beim Finanzamt nicht geht, sollte auch bei der Corona-Aufarbeitung nicht gehen. Das ist meine wichtigste Mitteilung: Deshalb wünsche ich mir eine Aufarbeitung nach Goldstandard. Das heißt die Primärquellen und die Betonzahlen müssen eine Rolle spielen.

Wir sind jetzt in der Zeitmaschine genau sechs Jahre zurück: 27. März 2020 war auch ein Freitag so wie heute. Und da sind wir schon in den Maßnahmen drin. Also diese Woche Montag wurde sozusagen die Verordnung erlassen. Ja… wir müssen uns alle daran halten. Und seit letzte Woche Mittwoch ist sozusagen die erste Verordnung gültig. Das heißt, diese beiden Verordnungen vom 17. und 22. März, das sind natürlich Primärdokumente. Und jetzt stell ich mir eine Aufarbeitung so vor, das wir die nehmen und wir kleben die an die Wand, dass wir mit dem Marker darin rum malen können. Das ist unsere Aufarbeitungswand. Da hängt jetzt die Verordnung, weil es eine Primärquelle ist. Aber die Verordnung kommt ja nicht aus dem Drucker, sondern da gab es einen Prozess davor. Da gab es die Referentenentwürfe, Ressortabstimmung, E-Mails – das muss mit dazu. Auch wenn es viel ist.

Weil daraus kriegen wir weitere Hinweise, was sind weitere Primärquellen? Und da steht natürlich MPK drin - die Ministerpressekonferenz und die Beschlüsse, die dort gefasst wurden. Also müssen wir auch diese Protokolle mit ran machen. Und da wird nämlich dann schon knifflig. Also gerade die erste MPK vom 12. März. Ich habe es bis heute nicht geschafft, dieses Protokoll zu bekommen. Ist doch interessant – oder?

Spannende Primärquellen, die uns einfach fehlen und wie kann man über Aufarbeitung reden, wenn man diese Primärquellen nicht hat?

Deshalb merken Sie, wir werden immer wieder an die Tür klopfen und sagen, wir brauchen diese Goldstandard-Aufarbeitung, sonst ist diese Aufarbeitung noch nicht fertig.

Marcel Barz:

Was beim Finanzamt nicht geht, sollte auch bei der Corona-Aufarbeitung nicht gehen.

Spannende Primärquellen, die uns einfach fehlen und wie kann man über Aufarbeitung reden, wenn man diese Primärquellen nicht hat?

Wir werden immer wieder an die Tür klopfen und sagen, wir brauchen diese Goldstandard-Aufarbeitung, sonst ist diese Aufarbeitung noch nicht fertig.

Liebe Zuschauer:

Warum werden diese wichtigen Primär-Quellen zurück gehalten?

Warum schweigen Politik und Medien im Verbund bis heute über die unverrückbaren Beton-Zahlen im ersten Halbjahr 2020, die eigentlich jeder beim Stat. Bundesamt einsehen kann? Wir erinnern uns:

Die Sterbezahlen im ersten Halbjahr 2020 befanden sich auf einem Allzeittief.

[Marcel Barz: Das Sterbegeschehen in den Rohdaten www.kla.tv/27918 ]

Warum werden diese Fakten der Bevölkerung bis heute verschwiegen?

Bevor das Volk deshalb diesen neuerlichen Horrormeldungen erneut Glauben schenkt, muss die Veröffentlichung der wesentlichen primären Quellen vehement eingefordert werden. Und zwar genau so lange, bis die Fragen von Marcel Barz und vielen anderen gründlich beantwortet wurden und eindeutige Konsequenzen für die Verantwortungsträger gezogen wurden.

Autor: ah.

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Quellen:

Warnung vor neuen Pandemien/Ängste schüren:

https://www.vfa.de/de/forschung-entwicklung/coronavirus/pandemiebereitschaft-abwehr-gegen-die-naechste-pandemie

https://www.zdfheute.de/politik/ausland/grossbritannien-meningitis-ausbruch-uk-gesundheit-100.html

https://www.diepresse.com/20687945/beispielloser-meningitis-ausbruch-in-england-weitet-sich-aus

Marcel Barz: Brandenburger Enquete-Kommission

www.youtube.com/watch?v=XVvpuvA3jT4

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