Trotz scheinbarer Rivalität der Nationalstaaten arbeiten diese gemeinsam daran, die Weltmacht komplett an Finanzverwalter wie BlackRock zu übertragen. Laut Ernst Wolff geschieht dies über das weltweite Ausrollen eines digitalen Finanzsystems. Er erklärt die Rolle der verschiedenen Staaten und Regionen, die an dieser Umwälzung beteiligt sind. Doch die Architekten und Wächter des kommenden Digitalgefängnisses sind sich selbst nicht sicher, ob dieses System funktionieren wird. Wolff erklärt, warum und prognostiziert dessen Untergang. Er plädiert für analoge Beziehungen untereinander, um die kommenden Krisen zu überstehen. Ein Kla.TV-Interview.
Sehen Sie dazu auch um 15 Uhr unseren brandaktuellen Infotakt:
”Israel und USA greifen den Iran an!”
https://infotakt.kla.tv/p/israel-und-usa-greifen-den-iran-an
Die Welt ist im Wandel. Heute fundamentaler und umfassender als je zuvor. Das Jahr 2026 hat mit düsteren Vorzeichen einer stark beschleunigten Entwicklung begonnen: Erst die Verhaftung von Venezuelas Präsident Maduro, dann der intensivierte Grönland-Konflikt, die gewaltsamen Unruhen im Iran, das WEF-Treffen mit Anzeichen der Machtneuverteilung. Wie soll man all das beurteilen?
Heute ist Kla.TV im Gespräch mit dem Wirtschafts- und Finanz-Analysten Ernst Wolff. Besonders in den Fragen der geopolitischen Einordnung von Ereignissen hat er sich als weitsichtig und treffsicher erwiesen. Herr Wolff, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview nehmen.
Ernst Wolff:
Ja, besten Dank für die Einladung.
Kla.TV:
Kürzlich sagten Sie in einem Ihrer veröffentlichten Interviews oder Videos, dass das diesjährige WEF (19.–23. Januar 2026) „der Auftakt zu einem gigantischen Umbruch unserer Welt“ sei. Können Sie uns kurz die wichtigsten Eckpfeiler des von Ihnen beschriebenen Umbruchs erläutern?
Ernst Wolff:
Ja, die beiden wichtigsten Eckpfeiler, das ist einmal die Tatsache, dass unser Weltfinanzsystem am Ende ist, dass wir vor der Einführung eines neuen Finanzsystems stehen und zwar auf der Grundlage von CBDCs, digitalen Zentralbankwährungen. Und das andere ist, dass die Welt, die Arbeitswelt, sich in einem riesigen Umbruch befindet, deswegen, weil die künstliche Intelligenz immer mehr um sich greift. Also wir müssen damit rechnen, dass die Arbeitswelt sich ganz gewaltig verändert und wir vor einer riesigen Welle der Arbeitslosigkeit stehen. Und genau darauf bereiten sich die Mächtigen im Moment vor. Und das WEF, das hat ja eine gewisse Geschichte gehabt in den letzten zwölf Monaten. Da ist die Führung ausgetauscht worden. Da hat jetzt Larry Fink das Sagen. Damit hat also die Elite im Hintergrund praktisch selber die Führung übernommen.
Kla.TV:
Ja, nochmal kurz zu diesem Larry Fink. Wer ist das überhaupt? Was sollen sich die Leute darunter vorstellen? Er war oder ist noch bei BlackRock. Was ist das sonst für ein Mensch?
Ernst Wolff:
Ja, Larry Fink ist der Gründer und der CEO von BlackRock. Und BlackRock ist ein Vermögensverwalter und als Vermögensverwalter das mächtigste Finanzunternehmen, das es jemals auf der Erde gegeben hat. Also im letzten Jahrhundert wurde die Finanzwelt von den amerikanischen Großbanken beherrscht. Inzwischen ist BlackRock der Hauptaktionär aller dieser Großbanken und übt mehr Macht aus als all diese Großbanken zusammen. Larry Fink ist damit also auch nicht als Person so besonders interessant, weil BlackRock fußt inzwischen auch auf der künstlichen Intelligenz. Also die haben ein Finanzdaten-Analyse-System namens Aladdin, das Larry Fink in den 80er Jahren mal eingeführt hat. Das ist das mächtigste und wichtigste Finanzdaten-Analyse-System der Welt. Und an diesem Finanzdaten-Analyse-System hängen alle Zentralbanken. Daran hängen auch alle großen Konzerne. Also das ist den meisten Leuten nicht bewusst, dass heute die gesamte Finanzwelt mehr oder weniger am Tropf der künstlichen Intelligenz hängt.
Kla.TV:
Ja, und was soll dann mit der Bevölkerung passieren? Sie sprechen immer von einem digitalen Gefängnis. Was kommt dann auf die breite Bevölkerung zu?
Ernst Wolff:
Das große Problem ist, dass wir alle mehr oder weniger durchsichtig werden, dass wir digital beherrscht werden, dass man uns total kontrollieren kann. Also die digitale Welt ist inzwischen so weit, dass sie also persönliche Profile von jedem einzelnen Menschen auf der Welt erstellen kann. Da gibt es ein Unternehmen im Hintergrund, Palantir. Die sind dabei ganz besonders wichtig. Palantir organisiert die Daten aller amerikanischen Geheimdienste, also von CIA, FBI und NSA. Dazu die des amerikanischen Verteidigungs- oder inzwischen Kriegsministerium genannten Ministeriums. Palantir sucht auch die Kriegsziele für die Ukraine gegen Russland aus, sucht die Kriegsziele für Israel gegen den Libanon, gegen Syrien und gegen den Gazastreifen aus. Also das ist ein Unternehmen, was sich darauf konzentriert hat, diese ganzen Daten zu sammeln. Und das ist jetzt von Donald Trump auch noch beauftragt worden, eine Datei zu erstellen über alle amerikanischen Bürger. Die Dateien für die Engländer stellen sie bereits her. In Deutschland wird Palantir inzwischen von mehreren Landespolizeien beschäftigt. Also wir leben in einer Welt, in der wir absolut total digital kontrolliert werden. Und das natürlich nicht zu unseren Gunsten, sondern zugunsten der Konzerne, die die Macht im Hintergrund in den Händen halten.
Kla.TV:
Und befürchten Sie dann Nachteile für die Bevölkerung? Die meisten merken ja noch nicht einmal, dass das passiert. Es gibt jetzt immer mehr diese Bonuskarten, Apps und so weiter. Man wird nach und nach hineingezwungen. Der nächste Schritt ist zweifelsohne eben die digitale Währung, die CBDCs. Und die meisten reagieren darauf nicht. Die sagen, schön, kriege ich ja Prozente bei Lidl, und dann mache ich das mit.
Ernst Wolff:
Ja, das ist das große Problem, dass vielen Leuten nicht bewusst ist, was damit passieren kann. Also man kann jeden einzelnen von uns, wenn diese CBDCs mal eingeführt sind, kann man jedem einzelnen von uns individuelle Steuersätze, individuelle Zinssätze auferlegen. Man kann uns Strafzahlungen auferlegen. Man kann das Ganze an ein Sozialkreditsystem nach chinesischem Vorbild binden. Man kann uns auch von allen Finanzströmen abschneiden. Also wir sind dann dem Wohlwollen der Zentralbank zu 100 Prozent unterworfen. Und man muss wissen in unserer Zeit, die großen Zentralbanken, ob das die Federal Reserve ist, ob das die EZB ist oder ob das die Bank of England ist, die alle werden inzwischen von BlackRock beherrscht. Also BlackRock ist seit der Weltfinanzkrise von 2007, 2008 deren wichtigster Berater. Und die sind auch an diese Plattform Aladdin, die ich schon erwähnt habe, angeschlossen. Also wir wären dann alle von einem Privatunternehmen abhängig.
Kla.TV:
Dann gibt es auf der anderen Seite ja noch die Staaten, die jetzt das einführen sollen und die Macht nach und nach an diese Finanzkonzerne übertragen. Sind dort alle Staaten beteiligt? Man hat manchmal das Gefühl, es gibt ein paar Ausnahmen wie Iran – oder handeln die eher abgestimmt und machen einen, wie David Icke sagt, Puppet Theater?
Ernst Wolff:
Nein, nein, die stimmen sich untereinander natürlich ab. Also es gibt ja auch dieses große Märchen, dass die BRICS-Staaten da eine Front bilden gegen die USA. Dazu muss man wissen, dazu muss man ein bisschen in die Geschichte gucken. Also erstmal sind wir belogen worden im Ersten Weltkrieg. Dann sind wir belogen worden im Zweiten Weltkrieg. Und genauso werden wir heute belogen.
Also der Erste Weltkrieg wurde uns dargestellt als ein Kampf gegen den deutschen Militarismus. Man muss wissen, dass der deutsche Militarismus entstanden ist damals im Kampf gegen die USA. Und zwar ging es im Ersten Weltkrieg um die Nachfolge des britischen Empire. Diesen Kampf im Ersten Weltkrieg haben die USA gewonnen. Der Zweite Weltkrieg war nichts anderes als eine Fortsetzung des Ersten Weltkrieges. Und dazu muss man sagen, dass die Nationalsozialisten in Deutschland ja offiziell diesen Weltkrieg begonnen haben. Die Nationalsozialisten wären nie ohne die Hilfe der USA an die Macht gekommen. Also Grundlage für die Machtergreifung der Nationalsozialisten war der große Crash von 1929. Der ist absichtlich herbeigeführt worden von der Federal Reserve in den USA. Also die USA haben maßgeblich dazu beigetragen, Adolf Hitler aufzubauen, den dann als Kriegsgegner zu benutzen. Und dann am Ende des Zweiten Weltkrieges ihre eigene Weltherrschaft zu etablieren. Und das haben sie im Finanzbereich ganz besonders gemacht. Sie haben nämlich ihren Dollar als Leitwährung eingeführt. Was viele nicht wissen, ist, dass die Idee der Leitwährung eine Idee der Nationalsozialisten gewesen ist, die die Amerikaner einfach übernommen haben.
Und die Amerikaner beherrschen heute den gesamten Globus. Also es gibt keine Regierung auf der Welt, die nicht zumindest teilweise von den Amerikanern abhängig ist. Und das gilt sogar für den Iran. Also da gibt es auch im Hintergrund immer wieder Absprachen. Das gilt aber auch für die großen Regierungen. Das gilt für die großen Länder, für Indien, für China, für Russland, alle die arbeiten im Hintergrund mit den USA zusammen.
Und es gibt auch noch einen Beweis dafür. Also die neue Währung, die eingeführt werden soll, die CBDC, maßgeblich daran beteiligt ist die Bank für internationalen Zahlungsausgleich in Basel (BIZ). Das ist die Zentralbank aller Zentralbanken. Da arbeiten also die ganz großen Finanzgrößen miteinander zusammen. Und interessanterweise in dieser BIZ vertreten sind auch die BRICS-Staaten, also Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Vier davon sitzen sogar mit im Vorstand. Da wird also alles hinter den Kulissen abgestimmt, so wie es im Zweiten Weltkrieg der Fall war. Da durften die Leute gegeneinander Krieg führen. Da wurden jede Menge Menschen, also insgesamt über 60 Millionen, in den Tod geschickt. Aber im Hintergrund haben die großen Finanziers sich da abgesprochen und gemeinsame Sache gemacht.
Kla.TV:
Nun gibt es aber vordergründig doch einen Kampf um die Ressourcen. Besonders im Fokus ist Afrika, ist Südamerika. In welchem Verhältnis steht das auch zu dieser digitalen Agenda?
Ernst Wolff:
Ja, dieser Kampf um die Ressourcen ist insofern ganz wichtig geworden, als dass die digitale Agenda zusammentrifft mit dem Ausbau jetzt der künstlichen Intelligenz. Also die künstliche Intelligenz, zur Förderung dieser künstlichen Intelligenz werden überall Datenzentren gebaut in einem unglaublichen Tempo und in einem riesigen Umfang. Und für diese Zentren werden bestimmte Rohstoffe gebraucht, besonders seltene Erden. Und darum ist natürlich ein Kampf entbrannt. Aber die wirklichen Machthaber im Hintergrund, die freuen sich natürlich darüber, dass diese Kämpfe entbrennen zwischen den einzelnen Ländern, weil dadurch die Leute davon abgelenkt werden, dass es tatsächlich eine Gruppe ist im Hintergrund, die sich immer miteinander und untereinander abspricht.
Kla.TV:
Dann sind jetzt in letzter Zeit Modelle aufgetaucht, die die Welt in sozusagen drei Machtblöcke unterteilt oder Einflusszonen. David Icke spricht schon seit Jahrzehnten davon. In 1984 gibt es ja diese Teilungen, Ozeanien, Eurasien, Ostasien. Und zurzeit ist auch eine angebliche Karte des russischen Generalstabs aufgetaucht, die der deutsche Arzt Heiko Schöning aufgegriffen hat. Er spricht von Trumpia, das meint USA, Kanada, Grönland und Südamerika – unter dem Einfluss von Vanguard. Dann Putina, meint ja Russland und Europa unter Black Rock, was Sie schon erwähnt haben. Und Cinia, also China, Indien, Afrika und der State Street. Das sind noch zwei weitere große Akteure. Was ist von solchen Modellen zu halten und wie bewerten Sie diese Darstellung?
Ernst Wolff:
Ja, das ist eine ganz große Irreführung der Öffentlichkeit. Also diese drei, die Sie genannt haben – BlackRock, Vanguard und State Street – stecken nämlich unter einer Decke. Also Vanguard ist der größte Aktionär von BlackRock, und BlackRock und Vanguard sind wiederum die größten Aktionäre von State Street. Also da ist eine Zentrale, die irgendwo in der Wall Street sitzt, die zusammenarbeitet mit dem Silicon Valley, und die das Ganze von hinten steuert. Und den Leuten wird dann suggeriert, ja, da gibt es diese drei großen Blöcke, damit die Leute entweder für den einen Block oder für den anderen Block sich einsetzen und damit nicht wissen, dass sie alle hinters Licht geführt werden von dieser einen Macht im Hintergrund. Und die große Macht im Hintergrund im Moment, das ist der digital-finanzielle Komplex.
Ich will mal ganz kurz erklären, was das ist. Also der digital-finanzielle Komplex besteht einerseits aus der Wall Street, und die Wall Street ist übernommen worden von den großen Vermögensverwaltern. Diese großen Vermögensverwalter, das sind an der Spitze BlackRock, Vanguard, State Street und Fidelity. Die haben das gesamte Finanzsystem der Welt unter ihren Fittichen.
Und dann gibt es noch eine zweite Macht, die seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden ist, und die inzwischen genauso wichtig geworden ist, wie die großen Finanzkonzerne. Und das sind die großen IT-Konzerne des Silicon Valley. Und zwar an der Spitze stehen da die sogenannten Magnificent Seven. Zu den Magnificent Seven gehören Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Nvidia, Google und Tesla. Und die üben ihre Macht zusammen mit diesen großen Vermögensverwaltern aus. Interessanterweise sind die größten Aktionäre von sechs dieser sieben großen IT-Konzerne BlackRock, Vanguard und State Street. Also das ist eine Macht im Hintergrund, die stärker ist als jede Regierung der Welt, und die natürlich jede Regierung der Welt in ihre eigene von sich gewünschte Richtung drängen kann.
Kla.TV:
Ja. Die verschiedenen Staaten spielen aber auch offensichtlich eine Rolle. Ich würde Ihnen ein paar Regionen oder Länder nennen und Ihre Einschätzung bitten, was haben diese Länder für eine Rolle zu spielen? Zuerst mal die drei großen Player sind ja offensichtlich USA, Russland und China.
Ernst Wolff:
Ja, genau, wie gesagt, also alle drei sitzen im Vorstand der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), und da wird die gleiche Agenda betrieben. Also in China hat man die CBDC ja schon eingeführt, da haben inzwischen über 300 Millionen Chinesen eine Wallet auf ihrem Handy. In Russland wird der digitale Rubel jetzt auch eingeführt, und zwar unter der Prämisse, dass man sich gegen die amerikanischen Sanktionen und gegen das SWIFT-System schützen müsse. Und in den USA läuft die gleiche Agenda. Da haben wir zwar einen Präsidenten, der vorher versprochen hat, dass er keine CBDC einführen wird, aber alle seine Maßnahmen im Hintergrund dienen dazu, diese CBDC vorzubereiten. Also er setzt ja ganz stark auf diese Kryptowährungen, auf die Stablecoins (digitale Währung mit Preisbindungsmechanismus). Und Stablecoins sind nichts anderes als die Vorbereitung von CBDCs durch die Hintertür.
Also das sind drei große Länder, die im Hintergrund zusammenspielen, die aber vordergründig natürlich gegeneinander kämpfen. Und zwar wichtig ist dabei, dass dieser angebliche Gegensatz dazu führt, dass man sich gegen den anderen schützen muss. Und was bedeutet das? Das bedeutet ganz einfach, dass man die Rüstungsindustrie immer weiter hochfahren muss. Und wir erleben ja im Moment, dass die Rüstungsindustrie weltweit in einem nie dagewesenen Ausmaß hochgefahren wird und diesen Akteuren im Hintergrund dadurch auch noch ganz große Profite ermöglicht.
Kla.TV:
Ja. Krieg findet jetzt zum Beispiel auch im Iran nahezu statt. Wir sind jetzt an der Schwelle zum Bürgerkrieg. Welche Rolle spielt da der Iran?
Ernst Wolff:
Der Iran ist insofern ganz hilfreich, weil, der Iran ist ja auch teilweise, also zum großen Teil auch vom US-Dollar abhängig – wie jedes andere Land der Welt. Und die USA haben dafür gesorgt, dass die iranische Währung ganz stark unter Druck geraten ist. Dann haben die Leute im Iran angefangen zu protestieren, und zwar über die mangelnde und schwindende Kaufkraft. Und das haben die USA dann unterstützt, indem sie also mit Agenten da aufgetaucht sind und diese Unruhen da selber ganz stark in die Höhe getrieben haben.
Das ist das Gleiche, was wir in der Ukraine erlebt haben. In der Ukraine gab es auch Unruhen. Die sind auch von außen gefördert worden, um auf diese Art und Weise ganz starke Unruhe da zu stiften.
Und es gibt natürlich auch gewisse Gegensätze zwischen den USA und Iran. Die USA hätten natürlich gerne die ganzen iranischen Ölreserven direkt unter ihren Fittichen, ohne dass da irgendjemand dazwischenredet. Und gleichzeitig bietet der Iran natürlich auch einen wunderbaren Vorwand, neue Waffen entweder auszuprobieren oder auch ganz viele neue Waffen zu schaffen.
Und ich denke ja, dass tatsächlich dieser Iran-Krieg auch irgendwann stattfinden wird, weil wenn der Iran-Krieg dann zustande kommt, dann wird auch der Ölpreis explodieren. Und die USA haben sich ja mehr oder weniger die Hoheit über die nicht-iranischen Reserven in der Welt weitgehend gesichert. Also die arbeiten heute mit diesem Liquid Natural Gas, haben überall Terminals errichten lassen, zum Beispiel auch hier in Europa. Ganz besonders hier in Deutschland. Und wenn es dann zum Iran-Krieg kommt und die Straße von Hormuz geschlossen wird, dann stehen die Amerikaner bereit mit ihrem eigenen Gas und ihrem eigenen Öl.
Kla.TV:
Ja, das steht zu befürchten. Wie ist Israel zu bewerten? Das ist ja der große Antagonist zum Iran, wird auch stark von den USA wieder protegiert. Was für eine Rolle spielen die?
Ernst Wolff:
Ja, die USA haben Israel ja von Anfang an immer gefördert, aber inzwischen ist es auch so, dass Israel einen sehr starken Einfluss auf die amerikanische Politik ausübt. Also wir haben da das AIPAC, das American Israel Public Action Committee. Also das finanziert zum Beispiel bei den Wahlen die Politiker, die Israel wohlgesonnen sind. Dann haben wir im Silicon Valley einige Leute, die also Israel sehr wohlgesonnen sind, so wie zum Beispiel Larry Ellison oder auch Elon Musk. Also man muss sagen, dass Israel heute einen ganz großen Einfluss ausübt auf die amerikanische Außenpolitik und sogar auch auf die amerikanische Innenpolitik.
Kla.TV:
Ja, Indien, was sagen Sie dazu? Hat auch einen gewissen Sonderstatus, als würde es sich nicht entscheiden können zwischen China und dem Westen, versucht eine Doppelrolle zu spielen. Was läuft da?
Ernst Wolff:
Ja, Indien ist einer der großen Vorreiter bei der Einführung des neuen Geldes. Also Indien hat mit amerikanischer Hilfe im Jahr 2016 über Nacht mehr als 80 Prozent des Bargeldes abgeschafft – also des alten Bargeldes. Da wurden also Banknoten für ungültig erklärt von Herrn Modi. Und das war in Zusammenarbeit zum Beispiel auch mit einer Organisation, die von Bill Gates finanziert wird im Hintergrund, also die Better Than Cash Alliance. Also auf diese Weise sind die mehr oder weniger der Vorreiter bei der Einführung von CBDCs geworden. Die haben damals auch dem indischen Volk versprochen, die digitale Rupie wird niemals programmierbar sein. Das haben sie inzwischen geändert. Die ist inzwischen programmierbar gemacht worden. Also Indien ist mehr oder weniger so ein Testlabor für die Einführung der CBDC im Weltmaßstab.
Kla.TV:
Ja, sehr interessant. Was ist mit Afrika? Scheint nur ein Rohstofflieferant zu sein oder gibt es dort andere Pläne?
Ernst Wolff:
Ja, Südafrika spielt auch mit, weil Südafrika hat natürlich immer noch die ganz großen Goldvorräte. Das ist natürlich auch wichtig, weil das Gold wird in Zukunft auch eine große Rolle spielen. Wir sehen ja auch, dass der Goldpreis in der letzten Zeit explodiert ist. Und ich gehe davon aus, dass diese Explosion im Moment noch in ihren Anfangsstadien steht. Weil wenn das gesamte Weltfinanzsystem in sich kollabiert – und das wird kollabieren, auch das neue Finanzsystem wird kollabieren, dann wird man auf das zurückgreifen, was über 3.000 Jahre als Geld gegolten hat. Und das waren Gold und Silber. Also für die beiden sehe ich eine großartige Zukunft. Und die beiden sind natürlich Rohstoffe, die in Südafrika ganz stark vorkommen. Deswegen ist Südafrika im Moment für die Mächtigen sehr interessant.
Kla.TV:
Und sonst gibt es ja auf dem afrikanischen Kontinent sehr starke Interessenkonflikte, auch zwischen den USA und China. Da geht es halt um Kobalt, um Lithium und um all diese auch seltenen Erden. Hat das auch wieder mit dem, was Sie gesagt hatten, diesem digitalen Ausbau von KI zu tun?
Ernst Wolff:
Ja, ganz sicher. Ganz sicher. KI braucht diese ganzen Stoffe, und da ist ein unglaublicher Kampf im Gange im Moment. Und das wird natürlich von denen im Hintergrund auch gefördert, weil das die politischen Differenzen da immer wieder hochjubelt und die Leute dann glauben, dass sie auf politischer Ebene tatsächlich etwas bewegen könnten. Aber man muss sagen, die Politik ist heute so stark unter Druck von diesen Großkonzernen, dass politisch überhaupt nichts mehr zu verändern ist auf der Welt. Also solange dieser Würgegriff der Großkonzerne, also der Silicon Valley und der Wall Street, auf der Welt nicht gebrochen wird, so lange wird sich auf der Welt überhaupt nichts ändern.
Kla.TV:
Sie haben kürzlich auch über Grönland gesprochen, dass dort diese großen Rechenzentren errichtet werden sollen, fern vom Zugriff der Bevölkerung. Ich habe jetzt letztens einen Post gesehen, dass auch Elon Musk plant, das Ganze in den Weltraum sozusagen zu verlegen, vorgeblich, weil es dort genug Strom gibt. Aber das ist natürlich noch mehr außerhalb der Reichweite. Ist das die gleiche Richtung?
Ernst Wolff:
Ja, ja, das ist völlig irrsinnig. Aber tatsächlich, also die Mächtigen merken, dass sie ja auf unglaublichen Widerstand stoßen. Also man muss nur sehen, also auch die Einführung von CBDC ist ja zum Beispiel in Nigeria geprobt worden, vorher in der Ostkaribischen Union, auf Jamaika, und so weiter. Und all diese Versuche sind gescheitert. Und die Mächtigen merken im Moment, dass dadurch, dass der Lebensstandard der Menschen weltweit gerade aufgrund der KI so stark gesenkt wird, dass der Widerstand gegen sie auch wächst. Und die suchen sich dann natürlich Orte, an denen dieser Widerstand sie nicht so sehr treffen kann. Und da ist Grönland natürlich ideal, weil nach Grönland kann keiner kommen. In Grönland wird es keine Demonstrationen geben, da wird es auch keine Sabotageakte geben, so wie sie jetzt zum Beispiel in Venezuela gegen amerikanische Erdölkonzerne befürchtet werden. Also da hat man sich dann von der Welt abgekoppelt. Und wenn das Ganze dann im Weltraum fortgesetzt wird, dann hat man sich endgültig von dem Rest der Menschheit abgekoppelt und kann seine Macht dann ungehindert ausüben. Also das ist diese Wahnsinnsfantasie, die offensichtlich auch durch den Kopf von Elon Musk geistert, der inzwischen mit seinen 800 Milliarden der reichste Mensch der Welt geworden ist.
Kla.TV:
Ja, aber Sie sagen, dass auch das neue Finanzsystem in sich zusammenbrechen wird. Welche Anzeichen sehen Sie dafür?
Ernst Wolff:
Das große Problem ist, dass Geld einfach nicht so funktioniert. Geld besteht nicht einfach aus Datensätzen. Geld hat sich über 3.000 Jahre entwickelt. Und Geld hat sich entwickelt aus der Tauschwirtschaft. Und da ging es immer um reale Werte.
Und das ist das große Problem in unserer Zeit, dass wir es auch mit irrealen Werten zu tun haben. Also einer dieser irrealen Werte ist zum Beispiel Bitcoin (erste und am Weltmarkt stärkste digitale Währung). Also das ist nichts anderes als ein Datensatz, der nicht an irgendwelche physischen Werte gebunden ist. Das haben die Mächtigen inzwischen gemerkt, dass das also nicht richtig funktioniert. Und deswegen sind sie jetzt übergegangen auf die Stablecoins. Die Stablecoins haben ja die Eigenschaft, dass sie an einen realen Wert irgendwo gebunden sind.
Und das zeigt mir den Weg, in den das Ganze geht. Dass man jetzt also tatsächlich auf diese alten Werte dann zurückgreift. Und das ist für mich auch der große Treiber für die unglaubliche Preisexplosion, die wir gerade in den letzten Monaten erlebt haben im Bereich der Edelmetalle. Da geht es nicht nur um Gold und Silber, sondern da geht es auch um Kupfer und andere Stoffe, also wie Messing und andere Leiter. Also da ist ein Wandel in dem Gedankengut der Mächtigen im Gange, die plötzlich merken, dass man tatsächlich mit reinen Datensätzen die Welt nicht beherrschen kann.
Und das nächste ist, wenn wir also diesen Einbruch an den Arbeitsplätzen weltweit merken durch die KI, und es wird tatsächlich Millionen von Arbeitsplätzen betreffen, also Millionen von Menschen werden überall auf der Welt arbeitslos werden, dann wird man nicht umhinkommen, ein universelles Grundeinkommen einzuführen. Und dieses universelle Grundeinkommen wird man dann in großen Mengen ausgeben müssen. Und das werden natürlich auch nur Datensätze sein. Das wird dann in Form von CBDCs ausgegeben werden. Und da wird die Industrie natürlich sehr schnell merken, dass die Leute, wenn sie ein individuelles Grundeinkommen haben, was dann möglicherweise auch noch ein Ablaufdatum besitzt, dass die Leute über ein gewisses Einkommen verfügen, was innerhalb von 30 Tagen möglicherweise ausgegeben werden muss. Und dann werden die ihre Preise natürlich anpassen. Und das wird sofort in eine Inflationsspirale führen, die von einer normalen Inflation in eine galoppierende Inflation und am Schluss in eine Hyperinflation führen wird.
Und das heißt, dass das neue System dann auch in sich zusammenbrechen wird, auch wenn es am Anfang erstmal bei gerade unteren Einkommensschichten auf große Begeisterung treffen wird. Weil die werden sagen, wunderbar, wenn die Regierung mir jetzt 1.000 oder 2.000 Euro im Monat gibt, dann ist mein Leben ja auf eine sichere Basis gestellt. Nichts davon stimmt. Also dieses Leben, dieses Geld wird dann sehr schnell entwertet werden. Wir werden in Weimarer Verhältnisse kommen und die Kaufkraft wird ganz schnell schwinden.
Kla.TV:
Und wenn sich dann die Leute dagegen auflehnen, dann entstehen ja bürgerlich ähnliche Zustände. Nun ist es aber so, die Mächtigen haben sich ja verschanzt, dann sind sie in Grönland oder sonst wo und sind auch nicht so greifbar wie eine eigene Regierung, der man vielleicht auf den Pelz rücken könnte mit Demonstrationen oder sonstigen Aktionen. Was raten Sie den Leuten, wie kann man sich halt auf diese Situation vorbereiten und auch etwas dagegen unternehmen, dass diese Machtfülle nicht immer weiter um sich greift?
Ernst Wolff:
Das Wichtigste dabei ist tatsächlich, sich aus der digitalen Sphäre teilweise zu verabschieden. Also die digitale Sphäre wird von diesen Großkonzernen und den großen Finanzgiganten da kontrolliert. Und dann muss man sich tatsächlich davon verabschieden. Und es wird garantiert auch dann dazu kommen, dass wir große Parallelgesellschaften erleben. Also die Leute werden merken, wie ihr Lebensstandard immer weiter in die Knie gezwungen wird. Und die Leute werden dann sagen, also wer sind denn tatsächlich die Schuldigen? Die werden das dann irgendwann auch erkennen. Und dann werden sie sich verabschieden von diesen großen Plattformen. Aber die werden natürlich dafür sorgen, dass es auch anderen neuen Plattformen dann schwer gemacht wird in der digitalen Sphäre. Und ich denke, dann werden wir eine Zeit erleben, wo die digitale Sphäre dann nicht mehr so wichtig wird, sondern wo die analoge Sphäre dann wieder wichtig wird.
Also ich kann jedem heute auch nur empfehlen, sich auf diese Zeiten vorzubereiten. Also einmal glaube ich ganz fest daran, dass zum Beispiel das Silber im Alltag dann eine große Rolle spielen wird. Weil wenn die CBDC eingeführt wird und Leute sich dagegen wehren, also wenn sie die nicht benutzen wollen, oder wenn die CBDC dann tatsächlich auch aufgrund der Inflation an Wert verlieren wird, dann werden die Leute nicht mehr aufs Bargeld zurückgreifen können, weil das Bargeld bis dahin entweder vollständig abgeschafft sein wird oder auch verboten sein wird. Aber dann wird sich in meinen Augen durchsetzen, dass man im Alltag wieder mit Silbermünzen bezahlt. Deswegen empfehle ich den Leuten heute immer, einen Vorrat an Silbermünzen sich zurechtzulegen, und für die Übergangszeit erstmal ein gewisses Maß an Bargeld zu Hause zu halten. Weil wir stehen im Moment vor einer ganz großen neuen Bankenkrise, aufgrund der ganzen Probleme im Hintergrund. Und dann werden wir also zum Beispiel „Bankholidays“ erleben. Dann wird man auch an den Bankautomaten nicht mehr an Bargeld kommen. Und für diese Übergangsphase ist es wichtig, zu Hause so ungefähr für zwei bis drei Monate Bargeld vorzuhalten. Aber für die weitere Phase dann empfehle ich ganz dringend, sich Silbermünzen zu besorgen.
Kla.TV:
Aber mal abgesehen von der persönlichen Vorsorge braucht es ja offensichtlich auch Netzwerke, mit denen man sich zusammenschließt, wo man sich kennt, die nicht digital sind, wo man auch sich über schwere Zeiten hinweghelfen kann.
Ernst Wolff:
Das ist ganz wichtig. Also die Vernetzung ist unglaublich wichtig, die Vernetzung mit Gleichgesinnten. Also ich glaube, wer so als Einzelkämpfer durchs Leben schreitet, der wird da ganz große Schwierigkeiten bekommen, weil wir eben vor diesen riesigen Turbulenzen stehen. Aber ich glaube, das ist ganz wichtig, dass man da diese Netzwerke heute ausbaut und sich auch darauf vorbereitet, dass diese Netzwerke dann tatsächlich digital nicht laufen werden. Also dass man dann zurückgeht auf alte Informationsmöglichkeiten, dass man, was weiß ich, die alten Flugblätter mal wieder nimmt, mal ein Blatt Papier zur Hand nimmt, mal einen Notizblock zur Hand nimmt, um sich auf eine Zeit vorzubereiten, wo tatsächlich das ganze Internet möglicherweise auch ganz abgestellt wird.
Weil ich glaube tatsächlich, dass die Mächtigen so stark mit dem Rücken zur Wand sind, dass die tatsächlich zu solchen ganz extremen Maßnahmen greifen werden, wie zum Beispiel einem weltweiten Cybercrash.
Kla.TV:
Was man jetzt auch als Vorbote schon im Iran gesehen hat, dass das auch passieren kann.
Ernst Wolff:
Genau.
Kla.TV:
Ja, Ernst Wolff, vielen Dank für diese Einschätzung. Das war sehr erhellend, dass man sich halt auch nicht blenden lässt von den Kämpfen im Vordergrund, sondern auf die wahren Ursachen geht. Und auch eben Ihr Plädoyer zum Analogen. Vielen Dank dafür!
Ernst Wolff:
Gerne!
Autor: dd., sl.
Mehr über Ernst Wolff:
www.ernstwolff.com
Wer steuert das Welten-Chaos? Interview mit Ernst Wolff
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