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🇹🇭Kundgebung 29.8.2026 in Bern - NeutralitĂ€tsinitiative: „FĂŒr die Zukunft unserer Kinder!“

â„č Andere Sprachen und Downloads: www.kla.tv/42414

NEIN zu Krieg & Sanktionen – JA zur NeutralitĂ€t JA zur Initiative „Wahrung der schweizerischen NeutralitĂ€t“ Unter diesem Motto fand am 29. August 2026 in Bern eine nationale Kundgebung fĂŒr NeutralitĂ€t und Frieden statt. Als Redner traten namhafte Experten aus Politik, MilitĂ€r, Rechtswissenschaft und Diplomatie auf. Sie alle setzen sich fĂŒr die NeutralitĂ€tsinitiative ein und sind ĂŒberzeugt: NeutralitĂ€t ist keine Frage von links oder rechts. Sie ist ein grundlegender Bestandteil der Schweizer IdentitĂ€t und die beste Investition in die Zukunft unserer Kinder.

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Argumentarium vom Komitee „JA zur Schweizer NeutralitĂ€t”:
https://neutralitaet-ja.ch/argumentarium/

Teaser: „Diese Initiative, diese NeutralitĂ€tsinitiative, ist keine ‚rechte‘ Initiative, sondern eine solidarische, pazifistische und fortschrittliche Initiative.

NeutralitĂ€t ist kein Sympathieartikel. NeutralitĂ€t hat nichts zu tun mit Vorlieben fĂŒr einen Staat oder ein Volk. NeutralitĂ€t ist ein Grundsatz, der die Schweiz 150 Jahre in der Geschichte begleitet hat und mit dem wir gut gefahren sind.

Und deshalb, liebe Freunde der NeutralitĂ€t, deshalb verlangen wir vom Bundesrat, von unserem Parlament und von der vierten Gewalt ein klares Bekenntnis, eine Politik, die zum Frieden fĂŒhrt, ein Bekenntnis zur Partnerschaft und zur Diplomatie mit allen Staaten, eine RĂŒckkehr der Schweiz zu aktiver Friedensdiplomatie und ein Ende der Kriegspropaganda gegen Russland. Kurzfristig gibt es einen einfachen ersten Schritt. Und das ist eine JA-Stimme zur NeutralitĂ€tsinitiative. Sie ist die beste Investition in die Zukunft unserer Kinder seit Langem.“

Heute, am Samstag, 29. August 2026, findet hier in Bern auf dem Bundesplatz eine nationale Kundgebung fĂŒr NeutralitĂ€t und Frieden statt.

Sie steht unter dem Motto:
NEIN zu Krieg & Sanktionen – JA zur NeutralitĂ€t
JA zur Initiative „Wahrung der schweizerischen NeutralitĂ€t
“

Namhafte Experten prÀsentieren ihre Argumente:

● Warum die NeutralitĂ€t der Schweiz eine Voraussetzung fĂŒr Diplomatie und Friedensvermittlung ist.

● Warum einseitige Sanktionen und eine militĂ€rische Anbindung an die NATO die Sicherheit und SouverĂ€nitĂ€t der Schweiz gefĂ€hrden.

Die Kundgebung wird organisiert von der Organisation Public Eye on Science in Zusammenarbeit mit N+NeutralitĂ€t fĂŒr Frieden und Ausgleich.

Als Redner treten namhafte Experten aus Politik, MilitĂ€r, Rechtswissenschaft und Diplomatie auf – von links bis rechts. Sie alle setzen sich fĂŒr die NeutralitĂ€tsinitiative ein.

Setzen auch Sie sich am 27. September fĂŒr ein klares JA zur NeutralitĂ€tsinitiative ein – wie die Hunderte Menschen hier auf dem Bundesplatz, die fĂŒr Frieden, Friedensvermittlung und Diplomatie eintreten.

Dr. Alfred-Maurice de Zayas, US-amerikanisch-schweizerischer Völkerrechtler, Historiker und ehemaliger UN-FunktionÀr

Die Abstimmung im September ist besonders bedeutsam und wird weitreichende Konsequenzen haben. Es geht um die IdentitĂ€t der Schweiz als neutraler Staat, um die GlaubwĂŒrdigkeit der Schweiz als möglicher Vermittler von internationalen Differenzen. Eigentlich geht es um die Seele. Es geht um die Sicherheit der Schweiz, darum, ihre KredibilitĂ€t aufrechtzuerhalten.

Im Jahre 2002 ist die Schweiz UNO-Mitglied geworden. Die UNO-Charta gilt als eine Art Weltverfassung. Die Prinzipien und Ziele in Art. 1 und 2 festgehalten sind. Danach sollen Mitgliedstaaten den Frieden fördern, die Menschenrechte realisieren, das Recht auf Information, die Meinungsfreiheit, das Selbstbestimmungsrecht der Völker und das Recht auf Entwicklung verwirklichen. Art. 2 Abs. 3 der Charta stipuliert die Verpflichtung zur friedlichen Lösung aller Differenzen, also durch Diplomatie, nicht durch Drohungen oder durch wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen. Art. 2 Abs. 4 stipuliert das Gewaltverbot. Man beachte, nicht nur die militĂ€rische Aggression ist untersagt, sondern auch andere Formen der Gewalt. In der modernen Welt von hybriden Kriegen streckt sich das Gewaltverbot ĂŒber Zwangsmaßnahmen, die sogenannten Wirtschaftssanktionen, die einige Staaten gegen andere Staaten verhĂ€ngen oder implementieren. Art. 2 Abs. 4 verbietet auch die Androhung und die Provokation.

Der Terminus technicus heißt ‚unilateral coercive measures‘ und sie sind illegal, denn die einzigen legalen Sanktionen sind jene, die der Sicherheitsrat gemĂ€ĂŸ Kapitel VII der Charta verhĂ€ngt.

Die EU-Wirtschaftssanktionen und Finanzblockaden sind Kriegswaffen, die kontrÀr zum Geist und Buchstaben der UNO-Charta stehen.

Nach den Berichten von mehreren UNO-Sonderberichterstattern verursachen ‚unilateral coercive measures‘ humanitĂ€re Katastrophen: Hunger, Elend, Tod und Migrationsbewegungen. Sie sind in den Berichten der UNO-Menschenrechtskommission, des Ausschusses ĂŒber wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und des Hochkommissars fĂŒr Menschenrechte immer wieder als Menschenrechtsverletzungen abgelehnt worden.

Ich bin konsterniert, dass der Bundesrat eine Empfehlung gegen die NeutralitĂ€tsinitiative formuliert hat. Dies halte ich fĂŒr einen verhĂ€ngnisvollen Fehler. Es scheint, als ob die Schweiz bewusst gegen die jĂ€hrlichen Resolutionen der UNO-Generalversammlung und des Menschenrechtsrats handelt.

Der Bundesrat ignoriert ferner die Dokumentation und Analysen des britischen Ă€rztlichen Fachjournals ‚The Lancet‘, die die Hunderttausenden Opfer von ‚unilateral coercive measures‘ weltweit dokumentieren. Als Schweizer BĂŒrger meine ich, dass sich die Schweiz als UNO-Mitglied an UNO-Empfehlungen orientieren sollte und mĂŒsste. Hinzu kommt, dass gemĂ€ĂŸ Art. 103 der UNO-Charta diese den Vorrang vor allen anderen Abmachungen, VertrĂ€gen und Protokollen hat. – Auch vor dem Vertrag von Lissabon, vor EU-Bestimmungen und vor außergerichtlichen Zwangsmaßnahmen, die als Sanktionen getarnt werden.

Als Völkerrechtsprofessor bestehe ich auf Respekt fĂŒr die Ziele und Prinzipien der Vereinten Nationen, auf die Verpflichtung zur Diplomatie, zur friedlichen Lösung von Konflikten. Als neutraler Staat hat die Schweiz eine Mission, dem Frieden unter anderem durch ihre guten Dienste und Diplomatie zu dienen. In der Vergangenheit genoss die Schweiz eine weltweite Reputation als unparteiische neutrale Instanz, als ‚Honest Broker‘.

Leider sehen viele Staaten die Schweiz nicht mehr als neutral, denn die allmĂ€hliche AnnĂ€herung an die EU und NATO hat die Schweiz de facto in den Block des Westens gefĂŒhrt. Staaten, die seit dem Ende des Kalten Krieges eine aggressive Politik gegenĂŒber vielen Staaten, unter anderem Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Iran, Russland und Belarus, angenommen haben. Die NĂ€he zur EU und NATO bedeutet auch eine gewisse KomplizitĂ€t bei Völkerrechtsverletzungen dieser Organisationen und könnte die Schweiz haftbar machen.

Leider betreiben viele Schweizer Medien – insbesondere die NZZ, Le Temps und die Tribune de GenĂšve – Desinformation, Kriegstreiberei und was ich als eine obszöne Russophobie und Sinophobie bezeichnen möchte. Eine Hetze, die gegen Geist und Buchstaben der UNO-Charta und insbesondere gegen Art. 20 des Paktes ĂŒber bĂŒrgerliche und politische Rechte verstĂ¶ĂŸt. Die Schweiz soll alle Parteien von Konflikten zu Verhandlungen und Diplomatie einladen.

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Dr. Pascal Lottaz, Schweizer Politikwissenschaftler und Professor an der Kyoto University in Japan. Mitglied der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SP)

Es ist, die NeutralitĂ€t ist keine Sache von links oder rechts. Es ist eine Sache der Schweizer und Schweizerinnen. Und es ist ein Unding, es ist ein Unding der Sozialdemokratischen Partei, heute dieses Thema, dieses so wichtige Thema auf Wladimir Putin zu reduzieren. Und wir mĂŒssen darauf bestehen, von links und rechts, dass wir diese Debatte fĂŒhren. Was auch immer passiert am 27. September, wir brauchen diesen nationalen Austausch darĂŒber, mit welcher Definition wir dieses Wort der NeutralitĂ€t fĂŒllen wollen. Es geht uns alle etwas an. Und es ist ein Unding, dass jetzt einfach diese Initiative so verunglimpft wird. Es gibt sehr gute linke Argumente fĂŒr die Initiative.

Die NeutralitĂ€t spricht diesem kapitalistischen ‚Expansionsgebaren‘ entgegen. Sie versucht, die Schweiz auf Kurs zu halten fĂŒr eine internationale, fĂŒr eine humanistische Schweiz, die sich einsetzt fĂŒr alle Opfer des Krieges. Und wir richten uns gegen den Krieg, nicht gegen ein Land. Wir sind solidarisch mit den Opfern, aber nicht solidarisch mit den Kriegsparteien. Und das ist auch eine linke Haltung.

Im Dezember 2025, weniger als vor einem Jahr, kam eine Studie heraus im ‚The Lancet‘-Journal, das wichtigste ‚Public Health-Journal‘ der Welt, also fĂŒr wissenschaftliche Abhandlungen. Die haben den Zeitraum von 50 Jahren untersucht und was unilaterale Zwangsmaßnahmen der USA und der EU anrichten. Resultat: Jedes Jahr sterben eine halbe Million Menschen an unilateralen Zwangsmaßnahmen. Sie sind nicht nur ein Kriegsmittel. Sie sind eine Massenvernichtungswaffe. Und wir als Schweizer dĂŒrfen doch nicht bei Massenvernichtung mitmachen. Da mĂŒssen wir uns entgegensetzen. Und wir mĂŒssen verlangen, dass wir eine humanistische NeutralitĂ€t fahren und eben eine, die sich Freunde schafft. Die Idee der NeutralitĂ€t ist die, dass man Freund bleibt mit allen. Und dann muss man auch Freunde bleiben mit denen, die sich halt gerade nicht freundlich verhalten.

Also wir dĂŒrfen uns nicht auf dieses Niveau des ‚Plakativ-Seins‘ herablassen. Die NeutralitĂ€t ist viel zu wichtig. Wir mĂŒssen das GesprĂ€ch suchen mit unseren MitbĂŒrgerinnen und MitbĂŒrgern und ihnen die linken GrĂŒnde, die rechten GrĂŒnde, die einfachen GrĂŒnde und die komplizierten GrĂŒnde erklĂ€ren, warum die Schweiz wieder zurĂŒckkehren muss zu einer integralen NeutralitĂ€t. Eine NeutralitĂ€t nicht nur militĂ€risch, auch wirtschaftlich und eine NeutralitĂ€t im Denken, die nicht heißt, ich kĂŒmmere mich nicht um niemanden. Umgekehrt, ich kĂŒmmere mich um alle. Ich will, dass es den Ukrainern gut geht und den Russen gut geht und den Chinesen und den Iranern. Das wollen wir. Wir wollen eine humanistische Schweiz. Ich danke Ihnen.

Jacques Baud, Oberst im Generalstab a. D., live aus BrĂŒssel

Il y a suffisamment de pays qui s’acharnent Ă  creuser des fossĂ©s, oĂč la contribution de la Suisse y est insignifiante. On ne se distingue pas en faisant comme les autres. En revanche, en utilisant notre neutralitĂ© pour bĂątir des ponts, nous pouvons avoir un rĂŽle non seulement plus visible, mais aussi plus constructif et plus honorable. Gardons notre neutralitĂ©! Vive la Suisse! Vivent les Suisses! Merci!

Übersetzung: Es gibt genug LĂ€nder, die entschlossen sind, GrĂ€ben zu reißen, bei denen der Beitrag der Schweiz unbedeutend ist. Wir zeichnen uns nicht dadurch aus, dass wir das tun, was alle anderen tun. Im Gegenteil: Indem wir unsere NeutralitĂ€t nutzen, um BrĂŒcken zu schlagen, können wir eine Rolle spielen, die nicht nur sichtbarer, sondern auch konstruktiver und ehrenvoller ist. Bewahren wir unsere NeutralitĂ€t! Es lebe die Schweiz! Es leben die Schweizerinnen und Schweizer! Danke!

Prof. Dr. Wolf Linder, Schweizer Politikwissenschaftler und Jurist, Mitglied der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SP)

In den ersten Tagen und Wochen nach dem Ausbruch des Ukrainekriegs wurde ich gefragt: Linder, wie kannst du noch neutral sein? Da ĂŒberfĂ€llt ein großer Staat einen kleinen, da muss man doch Partei, muss man Farbe bekennen. Ich verstand die Empörung, ich verstand diese Gesinnung, und doch reicht sie nicht. Denn NeutralitĂ€t ist kein Sympathieartikel. NeutralitĂ€t hat nichts zu tun mit Vorlieben fĂŒr einen Staat oder ein Volk. NeutralitĂ€t ist ein Grundsatz, der die Schweiz 150 Jahre in der Geschichte begleitet hat und mit dem wir gut gefahren sind. Und die NeutralitĂ€t folgt eben nicht den Sympathien und GefĂŒhlen von uns allen, sondern sie fragt: ‚Was sind die Folgen?‘ Und gute Folgen ist das, was NeutralitĂ€t sucht, nĂ€mlich kein Krieg, keine Beteiligung an Kriegen, der Versuch, Konflikte friedlich zu regeln.

Ich komme nun zu meinem eigentlichen Thema, den Sanktionen. – Ein wichtiger und kontroverser Punkt in der NeutralitĂ€tsinitiative. Unsere Gegner sagen, es ist ein gerechtes Mittel, um Russland zu bestrafen. Sie sagen, es ist ein Instrument des Friedens, mit dem wir Frieden herstellen. Und sie sagen, wenn wir keine Sanktionen haben, ist der Bundesrat machtlos. All diese drei Behauptungen stimmen nicht. Sanktionen sind ungerecht. Sie sind kein Friedens-, sondern ein Kriegsinstrument. Und die EinschrĂ€nkungen der Sanktionen durch die Initiative, das ist ein Gewaltverzicht, der der NeutralitĂ€t angemessen ist.

Ich komme nun zu den Wirkungen von Sanktionen. ZunĂ€chst einmal erreichen sie das nicht, was immer das Ziel ist, nĂ€mlich von einer schlechten Regierung zu einer besseren Regierung zu kommen. Regimewechsel sind Ă€ußerst selten bei Sanktionen. Wichtig aber ist: Die Regierungen werden nicht getroffen, sondern das Volk wird getroffen. Es kommt zu Verarmung, es kommt zu Mangel an Wasser, Lebensmitteln, medizinischer Versorgung und so weiter. Es ist die Bevölkerung, die leidet. Und es ist selten so, dass ein Konflikt gelöst wird, sondern er wird verlĂ€ngert. Das beste Beispiel dazu ist Kuba. 60 Jahre unter Sanktionen der USA. Das Volk verarmt, die Regierung bleibt. Und jetzt allgemein kann man sagen, dass die Wirkungen der Sanktionen verheerend sind. 500.000 Tote im Jahr als Folge von Sanktionen. Stellen Sie sich vor: 500.000 Personen. Das sind mehr Tote, als jĂ€hrlich durch Kriege sterben. Darum sage ich immer: Sanktionen töten. Fazit: Sanktionen sind Tote. Sanktionen sind kein Friedens-, sondern ein kriegerisches Gewaltinstrument.

Kommen wir zum Schluss. Der Teilverzicht auf Sanktionen ist gewollt und sinnvoll. Es ist ein Gewaltverzicht fĂŒr Frieden. Stattdessen, statt Sanktionen, Friedensvermittlung. Und damit weiterhin möglich: die guten Dienste statt der Parteinahme. Ich danke Ihnen.

Ralph Bosshard, Oberstleutnant im Generalstab a. D. und ehemaliger militÀrischer Sonderberater der OSZE

Vor diesem Hintergrund ist NeutralitĂ€t nicht eine Frage schweizerischer Außenpolitik, sondern eine Frage grundlegender Intelligenz. Wer zu dumm ist, den RattenfĂ€ngern aus BrĂŒssel und Berlin hinterherzutanzen, wer dumm genug ist, der möge das tun. Wer aber nicht dumm genug ist, um sich fĂŒr dumm verkaufen zu lassen, wird dann hinterher noch als ‚Putin-Versteher‘ diffamiert.

Die Schweiz hat namentlich im Ukraine-Konflikt in Form der Minsker Abkommen eine friedliche Lösung vermittelt und als Vorsitzende der Organisation fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) eine Beobachtermission eingerichtet. Die hat den europĂ€ischen Steuerzahler jĂ€hrlich 100 Millionen Euro gekostet. Aber das war wohl besser investiertes Geld als die Milliarden fĂŒr RĂŒstung und Korruption. Aber die Machthaber in Kiew, BrĂŒssel und anderswo dachten, mit etwas Krieg könnten sie einen besseren Deal herausholen. Deshalb mĂŒssen sie nun nachtrĂ€glich die Schweiz und ihre guten Dienste in den Dreck ziehen. Ich weiß von keiner Beobachtungsmission in Kriegsgebieten, die so respektlos behandelt wurde wie die Sonderbeobachtungsmission der OSZE in der Ukraine, der auch ich zeitweise angehörte. Unsere Mitarbeiter wurden beschimpft, bedroht, beschossen und zwei davon wurden buchstĂ€blich in die Luft gesprengt. Ich habe das selber vor Ort miterlebt.

Woher sollte die NATO Europa auch schĂŒtzen können? Ich habe an zahlreichen Übungen teilgenommen in der NATO, in Kommandostellen, in Akademien der NATO. Ich habe – lediglich auf dem Papier – in Schweden interveniert. Ich habe AufstĂ€nde auf Madagaskar niedergeschlagen. Ich habe den Aufmarsch gegen den Iran geĂŒbt, in Georgien. Ich weiß, wovon ich spreche. Und das hat nichts zu tun mit Landesverteidigung. Wir haben in der NATO stĂ€ndig weit außerhalb des NATO-BĂŒndnisgebiets interveniert. Und das kann nicht die Aufgabe der Schweizer Armee sein. Und auch nicht werden.

Philipp Kruse, Rechtsanwalt LL.M., Engagement fĂŒr Grundrechte, Rechtsstaatlichkeit und staatliche SouverĂ€nitĂ€t

Liebe Freunde der NeutralitĂ€t, im VerhĂ€ltnis zu Russland hat der Bundesrat unsere NeutralitĂ€t am 28.2.2022 ohne unsere Zustimmung eigentlich de facto aufgegeben. Vier Tage nachdem der Krieg begann, hat der Bundesrat die Übernahme der Wirtschaftssanktionen der EU gegenĂŒber Russland verkĂŒndet. – Nur vier Tage spĂ€ter, als wĂ€re die Schweiz selber angegriffen worden. Liebe Freunde, das hat mit NeutralitĂ€t ĂŒberhaupt nichts zu tun. Und in der Konsequenz hat Russland am 7. MĂ€rz 2022, als Reaktion, die Schweiz auf die Liste der unfreundlichen Staaten gesetzt. Das hat weitreichende Konsequenzen, dieses ganze Sanktionsregime, vor allem fĂŒr Unternehmen und fĂŒr Privatpersonen, welche mit diesem Krieg ĂŒberhaupt gar nichts zu tun haben. Es ist der berĂŒhmte Schuss ins eigene Knie. Und das behauptete Ziel damit kann nicht erreicht werden: Russland zu einem RĂŒckzug zu bewegen.

In diesem Konflikt wurde die NeutralitĂ€t historisch zum ersten Mal verspielt. Der PrĂ€sident der Ukraine wurde bereits zweimal eingeladen, vor der Schweizerischen Bundesversammlung zu sprechen, respektive vor der Öffentlichkeit hier auf dem Bundesplatz. Der PrĂ€sident Russlands dagegen wurde nicht einmal zur Friedenskonferenz auf dem BĂŒrgenstock eingeladen am 15.6.2024. So etwas darf einem neutralen Staat niemals passieren. Hier zeigt sich, wie von Anfang an die Schweiz mit doppelten Standards gearbeitet hat. WĂ€hrend Bundesrat und Parlamentarier einen engen Austausch mit offizieller Seite der Ukraine pflegen, hat der Bundesrat die Schiene der Diplomatie gegenĂŒber Russland von Anfang an aufgegeben. Mit Putin wird nicht mehr gesprochen. So lautet die Devise.

Liebe Freunde der NeutralitĂ€t, kann hier noch irgendjemand einen Funken NeutralitĂ€t erkennen, wenn eine neutrale Schweiz – angeblich neutral – nur mit der einen Seite spricht und nicht mit der anderen? Ich bin der Überzeugung, unsere gesamte westliche Zivilisation und unser Fortschritt beruhen seit den antiken Griechen auf der Neugier und auf dem Willen, zu verstehen. Und seit den alten Römern gilt selbst fĂŒr mutmaßliche Schwerverbrecher das Prinzip: Es muss auch die andere Seite gehört werden – ‚audiatur et altera pars‘. Und das bedeutet, egal wie viel uns auf den ersten Blick trennt, wir mĂŒssen die andere Seite anhören und verstehen, mit ihr sprechen. Und das gilt erst recht fĂŒr einen Staat, der sich neutral nennt wie die Schweiz. Unser Anspruch muss es sein, die andere Seite zu hören, sie zu verstehen und den Austausch herzustellen mit den Mitteln der Diplomatie, denn nur dieses VerstĂ€ndnis entspricht unserer NeutralitĂ€t und unseren zivilisatorischen Grundwerten.

Deshalb gilt es, Diplomatie und VerstÀndigung auch mit Russland unbedingt wiederherzustellen, anstatt schÀdliche Sanktionen mit den Kriegsparteien kopflos mitzumachen.

Leider spielt die vierte Gewalt in diesen Zeiten eine ganz unrĂŒhmliche Rolle. Die Protagonisten der NeutralitĂ€tsinitiative und auch die Anwesenden hier auf diesem Platz, wir werden diffamiert als ‚Russland-Versteher‘, ‚Putin-Versteher‘, ‚Altkommunisten‘, ‚radikale Christen‘, ‚Coronamaßnahmenkritiker‘, kurzum als Abschaum der Gesellschaft. Aber wie wir alle wissen: Angriffe auf die Person sind niemals Argumente.

Auf der einen Seite der böse Kreml, der sich permanent in unsere Demokratie einmischt und angeblich unsere Abstimmungen manipuliert. Und auf der anderen Seite der gute, regelbasierte Westen, der geschlossen die hohen Werte der Demokratie in der Ukraine mittrĂ€gt. – Was fĂŒr eine verachtenswerte Doppelmoral. Wenn es nach dem Chefredaktor der ‚NZZ‘ ginge, dann sind sogar die Drohnen auf dem Leipziger Flughafen – vor etwa zwei Wochen – der letzte Beweis fĂŒr einen russischen Angriffskrieg gegen Europa. Und so ruft dieser Schweizer bequem von seinem sicheren Sessel an der Falkenstraße dazu auf: ‚Ja, wann kommt denn endlich die deutsche KriegserklĂ€rung an Russland?‘ Herr Gujer, als friedliebende BĂŒrger dieses Landes fĂŒhlen wir uns angeekelt von dieser Kriegspropaganda.

Moskau will die Schweiz nicht angreifen. Russland ist keine Bedrohung fĂŒr die Schweiz, solange wir nicht ewig Drohnen nach Moskau schicken. Und die NeutralitĂ€tsinitiative ist keine Pro-Putin-Initiative. Was fĂŒr ein Schwachsinn aus den Federn qualifizierter Journalisten einer ZĂŒrcher Zeitung. Was wir wollen, ist das Normalste und Grundlegendste der Welt. Wir wollen Frieden. Wir wollen uns nicht mit Kriegsparteien verbĂŒnden – auch nicht mittels Sanktionen. Wir wollen, dass unsere Regierung mit beiden Seiten spricht, so wie sie dies seit 1815, seit dem Wiener Kongress, in steter Tradition getan hat. Wir wollen, dass der Bundesrat mit seiner Diplomatie alle Register zieht fĂŒr Friedensdiplomatie und beide Seiten wieder an einen Tisch bringt.

Bei einer Anbindung der Schweiz an aktive Kriegsparteien wie die NATO und die EU, verliert die Schweiz beides, sowohl ihre UnabhÀngigkeit als auch ihre Sicherheit.

Und deshalb, liebe Freunde der NeutralitĂ€t, deshalb verlangen wir vom Bundesrat, von unserem Parlament und von der vierten Gewalt ein klares Bekenntnis, eine Politik, die zum Frieden fĂŒhrt, ein Bekenntnis zur Partnerschaft und zur Diplomatie mit allen Staaten, eine RĂŒckkehr der Schweiz zu aktiver Friedensdiplomatie und ein Ende der Kriegspropaganda gegen Russland.

Bis dorthin ist es noch ein sehr, sehr langer Weg. Und deshalb wurde der NeutralitĂ€tsrat gegrĂŒndet, weil dieser Weg so lang ist. Aber kurzfristig gibt es einen einfachen ersten Schritt. Und das ist eine JA-Stimme zur NeutralitĂ€tsinitiative. Sie ist die beste Investition in die Zukunft unserer Kinder seit Langem. Danke euch fĂŒr die Aufmerksamkeit.

Jean-Daniel Ruch, ehemaliger Schweizer Botschafter

Ich gehöre zu den glĂŒcklichen Diplomaten. Ja, es gibt die Diplomaten – oder es gab sie vielleicht bis 2020 – die die NeutralitĂ€t benutzen konnten als ein wesentliches Element der ‚Soft Power‘ der Schweiz und der Aktionsmöglichkeiten der Schweiz fĂŒr Frieden und fĂŒr Gerechtigkeit.

Das ist das neue Wort: ‚flexible NeutralitĂ€t‘. Was heißt ‚flexible NeutralitĂ€t‘? Das heißt, wenn gewisse einflussreiche FremdlĂ€nder uns sagen: ‚Ja, hier mĂŒssen Sie Sanktionen ĂŒbernehmen‘, dann sagen wir: ‚Ja, ja, ja, ja, machen wir Sanktionen.‘ Wenn dieselben sagen: ‚Nein, in diesem Fall bitte keine Sanktionen‘, dann machen wir keine Sanktionen. Diese FlexibilitĂ€t in der NeutralitĂ€t, meine Damen und Herren, das sind ‚double standards‘, das ist WillkĂŒr und das hat der GlaubwĂŒrdigkeit unserer NeutralitĂ€t geschadet.

Die Schweiz hat versucht und Bundesrat Burkhalter – und auch am Anfang dieses Krieges, ich war in Ankara –, wir haben uns bemĂŒht, ein Ende dieses Krieges zu finden. Wir haben uns bemĂŒht, zum Frieden beizutragen. Auf der anderen Seite sehe ich, gibt es eine Dynamik der Integration in die NATO, die fast zu einer Art schleichende Integration in die NATO fĂŒhren könnte. Und da muss man sich fragen: Mit der InteroperabilitĂ€t und all diesen Maßnahmen, die wir treffen, können wir noch außerhalb von einem europĂ€ischen Krieg bleiben? Diese Initiative, meine Damen und Herren, gibt uns auch die Möglichkeit, dem VBS [VBS steht fĂŒr Eidgenössisches Departement fĂŒr Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport] zu sagen: ‚Halt, so nicht. Es braucht klare Grenzen zur Kooperation mit der NATO.‘

Meine Damen und Herren, diese Kriege im Iran, in der Ukraine, sie sind nicht unsere Kriege! Das sind keine Kriege zwischen Gut und Böse. Das sind MachtkĂ€mpfe. Et nos pĂšres fondateurs – die GrĂŒndervĂ€ter der Schweiz – haben uns schon damals gewarnt, wir sollen uns nicht in die Machtspiele der GroßmĂ€chte einmischen.

Und das ist NeutralitĂ€t. Und das ist, was wir heute brauchen. Weil Europa und die Welt heute LĂ€nder brauchen – LĂ€nder wie unseres –, die außerhalb des Kampffelds stehen.

Das ist die Rolle der Schweiz. Das war schon immer die Rolle der Schweiz. Und diesen Sinn, diese ADN [ADN ist die französische AbkĂŒrzung fĂŒr DNA, die im ĂŒbertragenen Sinn fĂŒr „die grundlegende IdentitĂ€t“ verwendet wird], diese IdentitĂ€t mĂŒssen wir wieder finden. Danke fĂŒr Ihre PrĂ€senz hier.

Massimiliano Ay,

Grossrat, Partito Comunista Ticino

NeutralitÀt ist kein politischer Anspruch wie jeder andere. Ohne NeutralitÀt gibt es keine nationale SouverÀnitÀt, und wir landen in der NATO. Ohne nationale SouverÀnitÀt gibt es keine VolkssouverÀnitÀt. Wir werden also letztendlich Gesetze befolgen, die in der EU beschlossen werden.

Und ohne VolkssouverĂ€nitĂ€t gibt es keine direkte Demokratie. Ich sage es den Spitzen der ‚Sozialdemokratischen‘ und ‚grĂŒnen Linken‘: Ohne direkte Demokratie, ohne nationale SouverĂ€nitĂ€t sind soziale Reformen nicht möglich. Die neoliberalen Eliten werden uns die Bilateralen III mit einer EU aufzwingen, die nicht von Frieden sprechen kann, sondern nur das WettrĂŒsten vorantreibt, die Verhandlungen mit Russland sabotiert und unser Land zu einem militĂ€rischen Ziel macht.

Diese unverantwortlichen Leute, die sich den Diktaten der EU und der NATO beugen, wollen uns in den Krieg ziehen. Diese Initiative, diese NeutralitĂ€tsinitiative, ist keine ‚rechte‘ Initiative, sondern eine solidarische, pazifistische und fortschrittliche Initiative. Die ursprĂŒngliche Schweizer ‚Linke‘, die mit der Arbeiterbewegung verbunden ist – nicht jene, die dem Woke, der Ideologie und amerikanischen Moden folgt –, die ‚Linke‘, die die kommunistische Partei vertritt, unterstĂŒtzt diese Initiative.

Das war der Schweizer Kommunismus, den wir verteidigen, – innerhalb einer demokratischen, pluralistischen, föderalistischen Schweiz, die alle Ideen und IdentitĂ€ten respektiert, aber auch stolz auf ihre UnabhĂ€ngigkeit, ihre SouverĂ€nitĂ€t, ihre direkte Demokratie und ihre Blockfreiheit ist.

Und wir mĂŒssen Diplomaten, Intellektuelle, Arbeiter, Bauern und MilitĂ€rs ausbilden, die keine Papageien der Parolen der kriegstreiberischen MĂ€chte sind, sondern Sprecher unseres Geistes der SolidaritĂ€t und UnabhĂ€ngigkeit, der die Grundlage der Eidgenossenschaft bildet.

Christoph Pfluger, Verleger der Zeitschrift „Zeitpunkt,“ Initiant von Transition News und der Bewegung fĂŒr NeutralitĂ€t bene.swiss

Wir sind alle gegen die NATO. Aber wir sind vor allem fĂŒr den Frieden. Wir sind Menschen des Friedens. Und das muss man im Alltag merken. Wir dĂŒrfen auf diese GehĂ€ssigkeiten nicht mit GehĂ€ssigkeiten reagieren. Wir mĂŒssen verstehen, dass die Menschen sich in die Angst haben treiben lassen. Und wir mĂŒssen hartnĂ€ckig hinstehen fĂŒr den Frieden und fĂŒr die NeutralitĂ€t, auch nach der Abstimmung. Und vor allem, und das ist das Wichtigste: Nehmt den Geist von heute, von diesem Platz, vom 29. August 2026, nehmt ihn mit euch nach Hause. Haltet den Geist wach. Und bleibt aktiv und verbindet euch fĂŒr den Frieden und fĂŒr NeutralitĂ€t. Ich danke euch.

Autor: dd./rg.

Sehen Sie auch unsere Sendung zum Thema: Wie funktionieren moderne Kriege?
[Erstausstrahlung vom 05.06.2014]

JĂ€hrlich am 1. September findet der Antikriegstag in Erinnerung an den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges statt. Der diesjĂ€hrige Antikriegstag steht unter dem Thema: „FriedensfĂ€hig statt kriegstĂŒchtig! Gemeinsam fĂŒr VölkerverstĂ€ndigung, soziale Gerechtigkeit und eine Welt ohne Krieg.“ So gut, wie es sich anhört – mĂŒsste nicht jeder Antikriegstag vielmehr ein AntiKRIEGSTREIBER-Tag sein? Ein Tag, an dem die Drahtzieher von Kriegen, ihre Interessen und Strategien schonungslos aufgedeckt werden? Im folgenden Lehrfilm „Wie funktionieren moderne Kriege?“ geht es in 8 Punkten um den wahren Kriegstreiber und seine Vorgehensweise. Alle „Rebellen-LĂ€nder“ – sprich NATO-Staaten – rĂŒsten derzeit immens auf und bereiten sich auf einen Krieg vor. „Verlierer sind die, die sich von diesem hinterhĂ€ltigen Kriegstreiber betören und gebrauchen ließen 
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Quellen:
Nationale Kundgebung fĂŒr Frieden & NeutralitĂ€t 29. August 2026, 15 Uhr, Bundesplatz Bern 🕊
https://t.me/aufrechtch/670

Public Eye on Science macht Wissenschaft transparent
https://www.publiceyeonscience.ch/

NeutralitĂ€t fĂŒr Frieden und Ausgleich (Warum wir als Linke und GrĂŒne die NeutralitĂ€tsinitiative unterstĂŒtzen)
https://swissneutralitynow.ch/

Linke fĂŒr NeutralitĂ€t: Warum dieses Komitee JA zur NeutralitĂ€tsinitiative sagt
https://ttv.swiss/Linke-fur-Neutralitat-Warum-dieses-Komitee-Ja-zur-Neutralitatsinitiative-sagt

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